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Meinung | KOMMENTAR

Durch die Welt jetten hat nun mal einen Preis

Wir wollen alle ständig fliegen und das möglichst quasi gratis und wenn dann das System zusammenbricht, beginnt das große Klagen. Das kann nicht angehen, findet Johannes Krayer

Campende Passagiere nach dem Unwetter am Flughafen von Mallorca

Campende Passagiere nach dem Unwetter am Flughafen von Mallorca / Guillem Bosch

Keine Frage: Es gibt wenig Ärgerlicheres, als nach zehn Tagen erholsamem Urlaub auf Mallorca an den Flughafen zu kommen, um dort zu erfahren, dass der Flug nach Hause stundenlang Verspätung hat oder am Ende sogar gestrichen wird. Und dann im Terminal auf dem Boden zu nächtigen, in einigen Fällen auch noch mit kleinen Kindern – das wünscht man niemandem.

Denn die Rechtslage ist eigentlich klar: Fällt der Flug aus und gibt es keinen Ersatzflug bis zum nächsten Tag, muss die Airline die Kosten für ein Hotel tragen. Nur war der Flughafen von Palma durch den Sturm in der Hochsaison derart am Anschlag, dass ja noch längst nicht einmal alle Passagiere einen Ersatzflug bekamen.

Fragiles System bricht zusammen

Was ist da schiefgelaufen? Nun, das fragile System Luftverkehr ist schlicht zusammengebrochen. Es war ja nicht so, dass die Airlines nicht versucht hätten, den gestrandeten Passagieren Ersatzflüge oder Hotelunterkünfte zu organisieren. Sie waren aber mit der Masse der Unwettergeschädigten überfordert.

Natürlich war in vielen Fällen das Krisenmanagement verbesserungswürdig. Natürlich hätte der ein oder andere Mitarbeiter einfühlsamer auf die Nöte der Menschen eingehen können. Aber die lautstarken Klagen mancher gestrandeter Urlauber wirkten dann doch ein wenig deplatziert. Wir wollen alle durch die Welt jetten, und zwar ständig und das möglichst zu einem Preis, für den man in München nicht mal mehr ein Abendessen bekommt. Und wenn dann das System kollabiert, schreien wir alle „Skandal“? Nein, so funktioniert es sicher nicht.

Spanische Übersetzung:

No cabe duda: hay pocas cosas más molestas que llegar al aeropuerto después de diez días de relajantes vacaciones en Mallorca y descubrir que tu vuelo de vuelta a casa lleva horas de retraso o incluso ha sido cancelado. Y luego pasar la noche en el suelo de la terminal, en algunos casos con niños pequeños: eso no se lo deseas a nadie. La situación legal es inequívoca: si el vuelo se cancela y no hay vuelo de reemplazo hasta el día siguiente, la compañía aérea debe correr con los gastos de un hotel. Solo que el aeropuerto de Palma estaba tan al límite debido a la DANA que ni siquiera todos los pasajeros pudieron conseguir un vuelo de reemplazo.

¿Qué falló? Pues que el frágil sistema de transporte aéreo simplemente se vino abajo. No es que las aerolíneas no intentaran organizar vuelos de sustitución o alojamiento en hoteles para los pasajeros varados. Pero se vieron desbordadas por el número de personas afectadas por la tormenta. Por supuesto, la gestión de crisis podría haberse mejorado en muchos casos. Por supuesto, algún que otro empleado podría haber respondido con más sensibilidad a las necesidades de la gente. Aun así, las sonoras quejas de algunos de los veraneantes varados estaban fuera de lugar. Todos queremos viajar en avión por todo el mundo, a todas horas, y preferiblemente a un precio por el que ni siquiera se puede cenar en Múnich. Y luego, cuando el sistema se viene abajo, ¿todos gritamos „escándalo“? No, esto no funciona así.

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