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Meinung | Inselstimmen

Urlauber bei Unwetter gestorben: Ziehen wir die richtigen Lehren aus der Tragödie

Die Tramuntana ist kein Kinderspielplatz. Man sollte seine Grenzen kennen und sich vorbereiten, schreibt die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" im Editorial

Hier suchen die Taucher der Guardia Civil nach dem vermissten Urlauber in der Tramuntana

Lorenzo Marina

Wenn man sich in einer unbekannten Umgebung befindet, ist größte Vorsicht geboten, vor allem im Gebirge. Allzu oft ist jedoch das Gegenteil der Fall, wie der Tod eines jungen britischen Urlauber-Paares zeigt. Trotz eindringlicher Warnungen angesichts der Wettervorhersage, wonach in kurzer Zeit intensive Niederschläge drohten, machten sich die beiden Urlauber mit einer Wandergruppe auf den Weg, und das ohne die nötige Ausrüstung für den Torrent de Pareis, der auch bei schönem Wetter Erfahrung und Geschick erfordert. Die massiven Überschwemmungen verwandelten den idyllischen Ort in kürzester Zeit in eine Todesfalle.

Der Ausgang hätte sogar noch schlimmer sein können. Dank des Einsatzes der Bergrettung der Guardia Civil, die von Amts wegen ausrückte, ohne eine Warnung abzuwarten, da es in der Vergangenheit immer wieder zu derartigen Vorfällen gekommen war, konnten die weiteren Ausflügler rechtzeitig gerettet und die Leichen der beiden Verunglückten schließlich geborgen werden, bevor sie ins weite Meer getrieben wurden.

Mallorca-Urlauber bei Unwetter gerettet: Der Einsatz der Guardia Civil im Video

Redaktion MZ

Acht Menschen ums Leben gekommen

Seit 2007 sind acht Menschen in den Sturzbächen und Schluchten Mallorcas ums Leben gekommen, hinzu kommt eine vermisste Person, deren Leiche nicht gefunden wurde. Die meisten von ihnen waren Profis, die das Terrain kannten und gut ausgerüstet waren. Doch Unachtsamkeit, Übermut oder Unvorsichtigkeit kosteten sie das Leben. Die imposante Tramuntana zieht auch eine Vielzahl unerfahrener Ausflügler an, die das Abenteuer suchen, ohne sich der Gefahren für sich selbst sowie für die Helfer bewusst zu sein.

Jeder hat das Recht auf Berge, aber auf verantwortungsvolle Art und Weise, indem er seine Grenzen kennt und Mindeststandards einhält. Dazu gehören Planung, ausreichend Erfahrung, die angemessene Ausrüstung sowie die Berücksichtigung des Wetters und der für die Route benötigten Zeit. Infolge des Klimawandels werden wir immer häufiger extreme Wetterphänomene erleben. Daher ist es an der Zeit, sich all dieser Empfehlungen bewusst zu werden. In den Bergen kann alles passieren, und Vorsicht ist der beste Verbündete.

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