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Meinung | Kommentar

Marga Prohens ist die unangefochtene Meisterin der verbalen Ohrfeigen

Die balearische Ministerpräsidentin tanzt der Opposition mit ihrer "Zasca-Politik" auf der Nase herum, meint Patrick Schirmer Sastre

Mit sich selbst zufrieden: Marga Prohens am Mittwoch (2.10.) im Parlament.

Mit sich selbst zufrieden: Marga Prohens am Mittwoch (2.10.) im Parlament. / Caib

Im Spanischen gibt es den Begriff zasca, der sich im Deutschen am besten mit „Nimm das“ übersetzen lässt. Eine verbale Ohrfeige, ein schlagfertiger Konter. Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens ist, das muss man neidlos anerkennen, äußerst talentiert in dieser Disziplin. Das hat sie am Dienstag und Mittwoch bei der Debatte über die Lage der Balearen wieder unter Beweis gestellt.

Ärger wegen der Überfüllung der Insel durch zu viele Urlauber? Wir klauen einen Vorschlag der linken Öko-Partei Més per Mallorca und erhöhen die Touristensteuer. Zasca. Andauernde Kritik an der Auto-orientierten Verkehrspolitik der PP? Wir bauen spontan eine Zugverbindung nach Llucmajor. Zasca. Die Krönung folgte auf die Frage, warum man die geplante Tram zum Flughafen gekippt habe: „Die Straßenbahn war nur für Urlauber gedacht, ich mache lieber Politik für die Einheimischen.“ Das von einer konservativen Politikerin in Richtung der linken Opposition. Minimaler Einsatz, maximale Wirkung. Zasca. Zasca. Zasca.

Sozialisten tappen in ihre Falle

In Zeiten, in denen jeder Politiker davon profitiert, wenn in ihm mindestens 23 Prozent Stand-up-Comedian steckt, ist Marga Prohens zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Sozialisten, allen voran Franktionssprecher Iago Negueruela, machten es ihr auch leicht, weil sie in ihre Falle tappten und sich voller Empörung an ihr abarbeiteten. Marga Prohens brauchte den Ball nur abtropfen zu lassen und zu erklären, es wäre ja schön gewesen, auch ein paar konstruktive Vorschläge zu hören. Zasca. Die Frage ist, ob aus der Zasca-Politik sinnvolle Maßnahmen erwachsen, ob sie mehr ist, als eine clevere Art, dem politischen Gegner auf der Nase herumzutanzen. Aber nach Jahren, in denen den Verantwortlichen immer wieder vorgeworfen wurde, der Symbolpolitik zu verfallen, ist sie auf jeden Fall eine unterhaltsame Abwechslung.

En español existe el término zasca, que se traduce mejor al alemán como „Nimm das“. Una bofetada verbal, un contraataque rápido e ingenioso. Marga Prohens es, hay que reconocerlo sin envidia, extremadamente talentosa en esta disciplina. Lo demostró una vez más el martes y el miércoles durante el debate sobre el estado de las Islas Baleares (p. 6). ¿Problemas por la masificación de la isla debido al exceso de veraneantes? Le robamos una propuesta a Més per Mallorca y subimos la ecotasa. Zasca. ¿Críticas continuas a la política de movilidad del PP orientada al coche? Construimos espontáneamente una conexión ferroviaria con Llucmajor. Zasca. La guinda del pastel llegó cuando le preguntaron por qué había cancelado el tranvía previsto hasta el aeropuerto: „El tranvía solo estaba pensado para los turistas, prefiero hacer política para los residentes.“ Dicho por una política del PP dirigiéndose a la oposición de izquierdas. Zasca. Zasca. Zasca.

En tiempos en los que todo político se beneficia de ser al menos un 23% comediante, Marga Prohens está en el lugar adecuado en el momento adecuado. Además, los socialistas se lo ponen fácil porque caen en su trampa y la atacan con indignación. Marga Prohens solo tuvo que recibir la pelota y decir que le habría gustado oír alguna propuesta constructiva. Zasca. Queda por ver si la política del zasca se traducirá en medidas significativas, si es algo más que un truco retórico. Pero tras años de política simbólica, es un cambio entretenido, sin duda.

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