Meinung | Inselstimmen
Palmas Strände verschwinden - und niemand tut etwas
Die Sonnenliegen scheinen für die Politik das Maß aller Dinge. Da wird gerne mal übersehen, dass die Strände der Mallorca-Hauptstadt dringend Hilfe benötigten, findet Kommentator Miguel Vicens

Srandliegen in Ciutat Jardí / Nachbarschaftsvereinigung Coll d'en Rabassa
Die Strandliege, die der Stadtverwaltung von Palma als Flächenmaßeinheit für die Rentabilität städtischer Strände dient, hat diese Woche zu einer überraschenden, wenn auch unbeabsichtigten Entdeckung geführt.
Wie sich herausgestellt hat, sind die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die sich diesen Sommer über zu viele Liegen am Strand beschwerten, einem Irrtum aufgesessen. Es gab nicht mehr Strandliegen als erlaubt. Vielmehr hat sich die Fläche der Strände durch die ständige Erosion schleichend verringert. Unter den Füßen der Badegäste ist nicht mehr genug Sand für die vielen Liegen, Liegestühle, Sonnenschirme und, das ist die neueste Perversion, Balinesischen Betten.
Liegenanpassung statt Umweltplan
Nach dieser Erkenntnis hatte man erwartet, dass Stadträtin Mercedes Celeste (Volkspartei, PP) einen Umweltplan zur Regeneration der geschädigten Strände, zur Erhaltung der bestehenden Fläche und zur Wiederherstellung des verlorenen Sandes vorstellen würde. Stattdessen kündigte sie an, dass die neuen Strandkonzessionen an die vorhandene Fläche angepasst würden, also weniger Liegen, aber wohl im gleichen Verhältnis.
In zehn oder fünfzehn Jahren, wenn der Hafen von Palma auf Grundlage eines Plans erweitert worden ist, den die Bürgerinnen und Bürger dringend einfordern, werden die Nutzer des Strandmobiliars dann feststellen, dass der Sand, auf den sie in den Sommern zuvor noch standen, erneut verschwunden ist. Und dann wird es keinen Platz mehr an den Stränden geben, weder für Liegen noch für Sonnenschirme, ja nicht einmal mehr für Badegäste.
Vielleicht ist es dann zu spät, um zu fragen, was mit den städtischen Stränden von Palma geschehen ist und warum niemand Alarm geschlagen hat, als es noch Zeit war, etwas gegen ihr Verschwinden zu unternehmen. Nicht einmal, als die Beweise für ihre Erosion ans Licht kamen. Zufällig.
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