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Meinung

Weder legal noch illegal: Die Prostitution auf Mallorca befindet sich in einer rechtlichen Grauzone

Ein Kommentar zur Lage der Zwangsprostituierten in Spanien

Archivbild: Prostitution in Palma.

Archivbild: Prostitution in Palma. / Foto: DM

Die Quote an Prostituierten im Verhältnis zu den weiblichen Einwohnern ist auf den Balearen höher als überall sonst in Spanien. Das klingt erst einmal nach einer erschreckenden Statistik, allerdings werden bei der Zählung höchstwahrscheinlich nicht die Millionen an Urlaubern berücksichtigt, die jeden Sommer auf die Insel strömen. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich auch bei den Kriminalitätsstatistiken, wobei Mallorca nun wahrlich kein gefährliches Pflaster ist.

Dass Zwangsprostitution allgemein ein Problem darstellt, lässt sich hingegen nicht von der Hand weisen. In dem Zusammenhang stellt sich eine zentrale Frage. Wie kann es sein, dass das „älteste Gewerbe der Welt“ keinerlei rechtlichen Rahmen in Spanien hat? Prostitution ist weder legal noch illegal – eine Grauzone eben. Klare Richtlinien würden es den Behörden einfacher machen, die schwarzen Schafe herauszufiltern.

Helfen und nicht verurteilen

Denn sicherlich gibt es Frauen, die der Prostitution aus freien Stücken des Geldes wegen nachgehen. Die Einnahmen dürften höher als der lachhafte Mindestlohn sein, den es in vielen Branchen gibt. Wahrscheinlich ist es die moralische Debatte, die die Politiker vor einem Vorstoß zur Legalisierung zurückschrecken lässt. Die Herangehensweise der Hilfsorganisationen ist in dem Sinne beispielhaft: keine Kritik, sondern bedingungslose Hilfe. Davon können sich die Politiker eine Scheibe abschneiden. Oder von den Behörden in Deutschland. Dort ist es für die Prostituierten möglich, sich bei der Sozialversicherung anzumelden, sprich Kranken- und Pflegeleistungen im Bedarfsfall erhalten zu können.

Die spanische Übersetzung

La proporción de prostitutas por habitante es más alta en las Islas Baleares que en cualquier otro lugar de España. A primera vista parece una estadística aterradora, pero lo más probable es que el recuento no tenga en cuenta los millones de turistas que visitan la isla cada verano. Un fenómeno similar se observa también en las estadísticas de delincuencia, aunque Mallorca no es ciertamente un lugar peligroso. Sin embargo, no se puede negar que la prostitución forzada es un problema en general. En este contexto, surge una pregunta central. ¿Cómo es posible que el „oficio más antiguo del mundo“ no tenga marco legal alguno en España? Resulta que la prostitución no es legal ni ilegal: es una zona gris. Unas directrices claras facilitarían a las autoridades dar con las ovejas negras. Porque también es verdad que hay mujeres que ejercen la prostitución por voluntad propia, es decir por dinero. Es probable que los ingresos sean superiores al irrisorio salario mínimo que se paga en muchos sectores. Probablemente sea el debate moral lo que hace que los políticos en España se muestren reacios a impulsar la legalización de la prostitución. El enfoque de las organizaciones que ayudan a las mujeres es ejemplar en este sentido: nada de críticas, sino ayuda incondicional. Los políticos deberían seguir su ejemplo. O también el ejemplo de las autoridades alemanas. Allí, las prostitutas pueden darse de alta en la Seguridad Social, es decir, recibir prestaciones sanitarias y de dependencia en caso necesario.

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