Meinung
Das Migrantendrama vor der Haustür auf Mallorca
Ein Kommentar zu den aktuellen Entwicklungen in der Migrationskrise von MZ-Vize Frank Feldmeier

Migrantenboot (Archiv). / Axel Krüger
Noch vor wenigen Jahren war es eine Eilmeldung, wenn ein Migrantenboot an Mallorcas Küste gesichtet wurde. Heute sind sie so zahlreich, dass sie nur dann noch Aufmerksamkeit erregen, wenn es besonders viele an einem Tag oder besonders voll besetzte Boote sind. Oder aber, wenn Menschen zu Tode kommen.
Im Prinzip erleben wir auf den Balearen im Kleinen, was sich anderswo mit noch größerer Dramatik abspielt und die nationale wie europäische Politik beschäftigt. Auch an Mallorcas Küste sind die Einsatzkräfte von Seenotrettung und Polizei fast im Dauereinsatz, um Menschen zu retten und kurzzeitig festzusetzen, um sie dann doch mangels politischer Lösung einfach weiterziehen zu lassen. Auch auf Mallorca wird über Ressourcen und Standorte von Auffanglagern oder Betreuungseinrichtungen gestritten, die kein Politiker in der Nähe seiner Wähler wissen oder bezahlen will. Und auch auf Mallorca vergiften hetzerische Kommentare von Rechtspopulisten die Debatte.
Die Inselpolitik mag die Probleme nicht lösen können, aber sie sollte sie ernsthaft diskutieren. Wie erreichen, dass sich die Menschen in Afrika keine falschen Hoffnungen auf ein Paradies in Europa machen? Wie effektiv gegen Schleuser vorgehen? Wie neue Rücknahmeabkommen aushandeln? Wie mit einer gesteuerten Einwanderungspolitik den Fachkräftemangel angehen? Da ist es kein Trost, dass der parteipolitische Hickhack auf den Balearen ebenfalls im Kleinen widerspiegelt, woran die ratlose und zerstrittene Politik in Europa scheitert.
Spanische Übersetzung
Hace solo unos años, era noticia de última hora cuando se avistaba una patera en la costa. Hoy son tantas, que solo llaman la atención cuando llega un número especialmente elevado, cuando van especialmente llenas o cuando mueren personas.
Estamos viviendo a pequeña escala en Baleares lo que con mayor dramatismo ocurre en otras regiones y lo que preocupa a la política nacional y europea. También en la costa mallorquina, las fuerzas de salvamento marítimo y policía se despliegan casi constantemente para rescatar a personas y detenerlas durante un breve espacio de tiempo, para luego dejarlas marchar por falta de una solución política. También en Mallorca hay disputas sobre los recursos y la ubicación de los centros de acogida que ningún político quiere cercano a sus votantes ni tampoco pagar. Y también en Mallorca, los comentarios incendiarios de populistas de derechas están envenenando el debate.
Es posible que la política insular no pueda resolver los problemas, pero cabría desear que los debatiera seriamente. ¿Cómo conseguir que los africanos no alberguen falsas esperanzas de un paraíso en Europa? ¿Cómo actuar eficazmente contra los traficantes? ¿Cómo negociar nuevos acuerdos de readmisión? ¿Cómo hacer frente a la escasez de mano de obra cualificada con una política de inmigración controlada? No es ningún consuelo que las disputas partidistas en Baleares también reflejen a pequeña escala el fracaso de una política europea desorientada y dividida.
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