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Meinung | Kommentar

Klimakatastrophen und Größenwahnsinn: Manche haben es immer noch nicht begriffen

Während sich die Umweltkatastrophen häufen, planen manche weiter gigantomanische Vorhaben. Sie gehören verboten, findet MZ-Chef Ciro Krauthausen in einem Kommentar

Von den Wassermassen aufgetürmte Autos in Picaña (Valencia) am 30.10.2024.

Von den Wassermassen aufgetürmte Autos in Picaña (Valencia) am 30.10.2024. / Biel Aliño /Efe

Vergangene Woche hat ein Unternehmen auf Mallorca mit großem Aufwand seine Pläne für eine neue gigantische Yacht präsentiert, in der 133 Luxuswohnungen Platz haben sollen, auf dass die Superreichen, womöglich auch noch unbehelligt von Finanzämtern, darin um die Welt schippern können.

Wir haben uns gegen eine Berichterstattung entschieden, weil es sich um eine Werbeveranstaltung für Investoren handelte und diese Pläne bislang nur auf den Bildschirmen bestehen. Unabhängig davon verdeutlichen derlei Projekte jedoch, was gerade grundsätzlich und dramatisch schiefläuft.

In 90 Minuten so viel C02 befeuert wie ein durchschnittlicher Mensch in seinem ganzen Leben

Viele haben immer noch nicht verstanden, dass es so nicht mehr weitergeht, ja, dass manches von dem, was da ersonnen wird, verboten gehört. „Die 50 reichsten Milliardäre weltweit erzeugen in nur 90 Minuten so viel CO2 wie ein durchschnittlicher Mensch in seinem gesamten Leben“, heißt es in einem dieser Tage vorgestellten Oxfam-Bericht. Die Superreichen befeuern damit noch mehr als alle anderen den Klimawandel, dessen Auswirkungen immer deutlicher zu Tage treten.

Herbststürme wie in diesem Jahr gibt es im westlichen Mittelmeer schon seit Jahrhunderten, sie werden aber häufiger und heftiger. Klimaforscher weisen darauf hin, dass weltweit Prozesse in Gang gekommen sind, die sich immer weiter selbst verstärken und warnen vor tipping points, bei denen das ganze System kippt und es kein Zurück mehr gibt - mit unvorhersehbaren Konsequenzen.

Vergessen Sie das so breit diskutierte Problem des Overtourism auf Mallorca. Es ist nichts gegenüber dem, was am Horizont hinter den Sturmfronten zu erahnen ist. Wir müssen aufhören, es zu ignorieren, und von der Politik viel drastischere Maßnahmen einfordern.

Übersetzung ins Spanische: Catástrofes naturales y multimillonarios: Hay quién sigue sin entender lo que está pasando

La semana pasada en Mallorca, una empresa presentó con gran despliegue sus planes para un nuevo y gigantesco yate que ha de albergar 133 lujosos apartamentos para multimillonarios que pretendan viajar por el mundo, posiblemente incluso evadiendo impuestos.

Decidimos no cubrir la noticia porque se trataba de un evento promocional para inversores y los planes, de momento, solo existen en las pantallas. Independientemente de ello, este tipo de proyectos pone de manifiesto lo que de forma tan dramática y fundamental está fallando.

Muchos aún no han comprendido que esto no puede seguir así, que más de una de estas empresas que se están ideando se deberían prohibir. „Los 50 multimillonarios más ricos del mundo generan en solo 90 minutos tanto CO2 como una persona promedio en toda su vida“, sentencia un reciente informe de Oxfam. Los multimillonarios azuzan más que nadie el cambio climático, cuyos efectos son cada vez más evidentes.

Tormentas otoñales como las de este año las hay desde hace siglos en el oeste del Mediterráneo, pero ahora son más frecuentes y violentas. Los científicos advierten de que a escala mundial se han puesto en marcha procesos que se autoalimentan cada vez más y alertan sobre los puntos de inflexión, en los que todo el sistema podría colapsar sin posibilidad de retorno, con consecuencias imprevisibles.

Olvídense del tan debatido problema de la saturación turística en Mallorca. No es nada comparado con lo que se vislumbra en el horizonte, más allá de las DANAs. Debemos dejar de ignorarlo y exigir a los políticos medidas mucho más drásticas.

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