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Meinung | Kommentar

Schleppnetzfischerei auf Mallorca: Wir Verbraucher sind alle ein bisschen Heuchler

Die Schleppnetzfischer von Mallorca sind grade nochmal um eine radikale Reduzierung der erlaubten Fangtage herumgekommen. Gut so - aber nicht gerade umweltfreundlich, meint Sophie Mono

Wer Garnelen essen will, nimmt Schleppnetzfischerei in Kauf

Wer Garnelen essen will, nimmt Schleppnetzfischerei in Kauf / Redaktion DM

Wir sind gegen Globalisierung, aber kaufen Smartphones, deren Einzelteile in Taiwan gefertigt werden. Wir regen uns über das Aussterben der Traditionsläden auf, aber kaufen doch ab und an bei Amazon statt im Fachhandel im Ort – weil es einfacher ist, bequemer, schneller. Oft widersprechen unsere alltäglichen Handlungen mal mehr, mal weniger unseren Grundfesten und Werten. Scheinheiligkeit mag man es nennen, wir sind ein bisschen Heuchler.

Nicht gerade umweltfreundlich

Auch, wer die Garnelen zum Weihnachtsfest – oder zum Sommerurlaub, egal – nicht missen möchte, kann sich davon nicht freisprechen. Immerhin, sie stammen ja von den Balearen, kann man sein Gewissen dann beruhigen. Dass dafür, genau wie für den Fang anderer Delikatessen – etwa Oktopus oder Kalmar –, Schleppnetze nötig sind, die den Meeresboden ohne Rücksicht auf empfindliche Lebensräume aufwühlen – sei’s drum. So bemüht die Schleppnetzfischer auch darum sind, zu zeigen, dass sie auch umweltfreundlich können: Wirklich gut für das Meer wird diese Fangmethode niemals sein.

Sollten wir die barcos de arrastre – oder all jene, die ihre Produkte kaufen – deshalb verteufeln? Nein. Wünscht man mallorquinischen Fischern, die teils seit Generationen vom Fischfang leben und wirklich ihr Bestes geben, um alle Auflagen zu erfüllen, dass sie nie wieder ihre Netze auswerfen dürfen? Natürlich nicht. Manchmal sind Kompromisse gefragt. Die Überfischung der Nordsee steht in keinem Verhältnis zur deutlich moderateren Situation um die Balearen. Gut, dass die EU das letztlich auch eingesehen hat.

Spanische Übersetzung

Estamos en contra de la globalización, pero compramos móviles cuyas piezas se fabrican en Taiwán. Nos preocupa la desaparición de las tiendas tradicionales, pero compramos en Amazon en vez de en nuestro comercio local, porque es más fácil, cómodo y rápido. Nuestras acciones cotidianas a menudo contradicen en mayor o menor medida nuestros principios y valores básicos. Somos un poco hipócritas. También lo son los que no quieren perderse las gambas por Navidad –-o en las vacaciones de verano, qué más da– y tranquilizan su conciencia señalando que proceden de Baleares. El hecho de que se necesiten redes de arrastre para capturarlas, al igual que en el caso de otros manjares como el pulpo o el calamar, redes que remueven el fondo marino sin tener en cuenta los hábitats sensibles, qué le vamos a hacer. Por mucho que los arrastreros intenten demostrar que también pueden ser respetuosos con el medio ambiente: este método de pesca nunca será realmente bueno para el mar. ¿Debemos, por tanto, demonizar a los barcos de arrastre o a todos aquellos que compran sus productos? No. ¿Queremos que los pescadores mallorquines, algunos de los cuales han vivido de la pesca durante generaciones y realmente hacen todo lo posible por cumplir todos los requisitos, nunca más se les permita echar las redes? Por supuesto que no. A veces es necesario hacer concesiones. La sobrepesca en el Mar de Norte nada tiene que ver con la situación alrededor de Baleares. Menos mal, también la UE acabó entendiéndolo.

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