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Meinung | Kommentar

Stoppen oder durchziehen? Die Krux bei Großprojekten wie Stuttgart 21 oder einer ganz neuen "Playa 25"

Statt eines ganz großen Wurfs für die Playa de Palma setzte man auf die Privatwirtschaft, um das Gesicht des Urlauber-Hotspots auf Mallorca zu verändern. Brigitte Rohm fragt sich, ob dies der richtige Weg war

Das Hotel Iberostar Waves an der Playa de Palma.

Das Hotel Iberostar Waves an der Playa de Palma. / DM

Als gebürtige Stuttgarterin kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen: diese Zeit, als das Großprojekt Stuttgart 21 vorgestellt wurde, die Bürger sich zu einer Protestbewegung formierten und ernsthaft glaubten, sie könnten den neuen Bahnhof verhindern, der die ganze Stadt auf den Kopf stellen sollte. Heute ist das Jahr 2021 längst vorbei, und noch immer gähnt ein Baustellen-Moloch apokalyptischen Ausmaßes, wo einst ein funktionaler Kopfbahnhof war.

Auf der Baustelle des milliardenschweren Bauprojekts Stuttgart 21 gehen die Bauarbeiten bei dem unter die Erde verlegten Bahnhof endlich voran.

Auf der Baustelle des milliardenschweren Bauprojekts Stuttgart 21 gehen die Bauarbeiten bei dem unter die Erde verlegten Bahnhof endlich voran. / Bernd Weißbrod/dpa

Man könnte dies als Beispiel dafür anführen, dass es nicht immer die beste Option ist, krampfhaft an einmal beschlossenen Plänen festzuhalten, weil es irgendwann peinlich wäre, zurückzurudern und weil schon so viel Geld geflossen ist. Manchmal geschieht aber auch das Gegenteil, wie an der Playa de Palma: Da gibt es ein minutiös geplantes und durchdachtes Großprojekt, das sich die Politik einiges kosten lässt. Eine kühne Vision von einer ganz neuen Playa im Jahr 2025 als klimaneutrales Urlaubsgebiet.

Mega-Projekt oder besser kleine Schritte?

Doch dann kommt eine neue Legislaturperiode, die Konservativen liefern das Mega-Vorhaben ans Messer. „Ganz oder gar nicht“ war es in diesem Fall nicht: Immerhin wurden die Hoteliers ermutigt, ihre Hotels aufzuwerten. Statt eines zentral gesteuerten, ganz großen Wurfs setzte man auf die Privatwirtschaft, um das Gesicht des Urlauber-Hotspots zu verändern. Und in kleinen Schritten scheint es in die richtige Richtung zu gehen. Wäre es trotzdem besser gewesen, an der „Playa25“ festzuhalten, das Projekt bis zum Ende durchzuziehen? Ein Besuch eines Paralleluniversums, wo dies so geschehen ist, könnte jedenfalls spannend sein.

Spanische Übersetzung

Como nativa de Stuttgart, parece que fue ayer: cuando se dio a conocer el gran proyecto Stuttgart 21, los ciudadanos formaron un movimiento de protesta y creyeron seriamente que podrían impedir la nueva estación de ferrocarril que iba a poner patas arriba toda la ciudad. Hoy, el año 2021 ya ha pasado y un monstruo de obras de proporciones apocalípticas sigue extendiéndose donde antes se levantaba una estación terminal funcional. Se podría citar esto como ejemplo de que no siempre es la mejor opción aferrarse desesperadamente a los planes una vez finalizados, porque sería vergonzoso dar marcha atrás en algún momento y porque ya se ha gastado mucho dinero. A veces, sin embargo, ocurre lo contrario, como en la Playa de Palma: Existe un proyecto a gran escala meticulosamente planificado y bien pensado en el que los políticos están dispuestos a gastar mucho dinero. Una visión audaz de una Playa completamente nueva en 2025 como destino vacacional neutro para el clima. Pero llega una nueva legislatura y los conservadores pasan el megaproyecto a cuchillo. En este caso, no fue „todo o nada“: al menos se animó a los hoteleros a modernizar sus hoteles. En lugar de un proyecto a gran escala controlado centralmente, confiaron en el sector privado para cambiar la cara del lugar. Y los pequeños pasos parecen ir en la buena dirección. ¿Hubiera sido mejor seguir con „Playa25“ y llevar el proyecto hasta el final? Una visita a un universo paralelo en el que esto ocurriera podría ser ciertamente interesante.

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