Meinung | Kommentar
Moderne Mobilität bedarf moderner Technik
Wenn ernsthaft die Verkehrswende nach Mallorca kommen soll, müssen auch die richtigen Vorraussetzungen dafür geschaffen werden findet Ralf Petzhold

Bicipalma: Die Leihräder sollen jetzt auch für Urlauber nutzbar sein. / Rathaus Palma
Warum einfach, wenn es auch schwer geht? Ein bisschen Chaos gehört in Sachen Mobilität auf Mallorca immer dazu und macht die Insel ein Stück weit charmant. In manchen Angelegenheiten wäre es aber schon schön, wenn die Technik den Zeitgeist treffen würde. Es ist ein Armutszeugnis, dass es seit Jahren keinen Routenplaner für Palmas Stadtbusse gibt. „Kommt in ein paar Wochen“, versprach ein Sprecher der Stadt der MZ vor Monaten vollmundig. Noch heute fährt bei der Suche auf der EMT-Website kein Bus von der Plaça d’Espanya zum Flughafen. Ja nee, is’ klar.
In die gleiche Kerbe schlägt die Ausweitung des öffentlichen Radverleihs Bicipalma, der nun endlich auch für Urlauber und Menschen, die außerhalb Palmas wohnen, zugänglich ist. Oder besser gesagt: sein soll. Denn wieder versprach das Rathaus Dinge, die es am Ende nicht einhalten konnte. Seit vergangenem Freitag sollten die Räder schnell und einfach leihbar sein. Auch eine Woche später warten wir noch auf die Freischaltung.
Es muss doch technisch möglich sein, dass die Urlauber binnen weniger Minuten eine Account erstellen und ein Fahrrad leihen können. Oder ist die Reservierung künftig vor dem Kauf der Flugtickets nötig? Will die Stadt wirklich weniger Mietwagen und allgemein weniger Autos im Stadtverkehr sehen, dann müssen Anreize geschaffen werden. Vorsicht ist aber auch geboten, die Palma-Residenten nicht zu vergraulen. Es bringt wenig, wenn die arbeitende Bevölkerung aufs Auto umsteigt, weil keine Räder mehr im Ständer verfügbar sind.
Spanische Übersetzung
¿Por qué hacer fácil algo que puede ser difícil? En temas de movilidad, Mallorca siempre es un poco caótica, lo cual incluso tiene su encanto. En algunos aspectos, sin embargo, sería deseable una tecnología más acorde con los tiempos que corren. Es un fracaso que, después de años, todavía no exista un planificador de rutas para los autobuses urbanos de Palma. „Estará listo en unas semanas“, prometía hace meses un portavoz del Ayuntamiento a este periódico. A día de hoy, al buscar en la página web de la EMT, no aparece ningún autobús que vaya de la Plaça d’Espanya al aeropuerto. Claro, cómo no.
Un ejemplo similar es la ampliación del servicio público de alquiler de bicicletas Bicipalma, que finalmente será accesible también para turistas y personas que viven fuera de Palma. O mejor dicho: debería serlo. Porque, nuevamente, el Ayuntamiento prometió algo que al final no pudo cumplir. Desde el viernes, debería ser posible alquilar de forma rápida y sencilla estas bicicletas. Una semana después, seguimos esperando la activación del servicio.
¿Acaso es imposible que los turistas creen una cuenta y alquilen una bicicleta en pocos minutos? ¿O tendrán que hacer la reserva antes de comprar los billetes de avión? Si Palma realmente quiere menos coches de alquiler y menos automóviles en la ciudad, se han de ofrecer incentivos. Y tener cuidado de no alienar a los residentes de Palma. De poco sirve si la población trabajadora se ve obligada a volver al coche porque no hay bicicletas disponibles en las estaciones.
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