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Meinung | Kommentar

Schamlose Geldgier der Vermieter: Die Wohnungsnot auf Mallorca ist längst eine reale Gefahr für die Mittelschicht

Jeder, der momentan auf der Insel zur Miete wohnt, kann plötzlich sein Dach über den Kopf verlieren und existenzielle Nöte leiden. Ein unhaltbarer Zustand, findet MZ-Redakteurin Sophie Mono

Mietpreise auf Mallorca: Für die Einheimischen kaum noch zu zahlen.

Mietpreise auf Mallorca: Für die Einheimischen kaum noch zu zahlen. / DM

So manchem mag sie weit entfernt erscheinen, die Wohnungsnot, die auf Mallorca schon die abgelegensten Dörfer durchdringt. Für wohlhabende Besitzer von Zweitimmobilien oder mallorquinische Immobilienerben mag das auch stimmen. Doch für die normale Mittelschicht – oder das, was bei den geringen Inselgehältern noch davon übrig ist – ist die Wohnungsnot längst zu einer greifbar realen Gefahr geworden.

Es sind nicht mehr nur noch „die Sozialschwachen“, die Gefahr laufen, von heute auf morgen auf der Straße zu stehen. Jeder, der momentan auf Mallorca mietet, schwebt in potenzieller Gefahr, sein Dach über dem Kopf zu verlieren – und ohne Weiteres auch kein neues zu finden. Ich selbst gehöre dazu, die Mehrheit meiner Kollegen ebenfalls – und sicherlich auch viele unserer Leser. Es reicht längst nicht mehr, Einkommen zu generieren, um davor gefeit zu sein, würdigen Wohnraum zu verlieren. Selbst gute Kontakte können bei der Wohnungssuche heute kaum noch etwas ausrichten.

"So sind nun mal die aktuellen Preise"

Ob wir unseren trotz allem noch vergleichsweise privilegierten Lebensstandard aufrechterhalten können, oder plötzlich existenzielle Nöte leiden, hängt mehr denn je ab von der Gunst der Vermieter. Viele von ihnen nutzen die Situation schamlos aus, treiben die Mieten in schwindelnde Höhen. „So sind nun einmal die aktuellen Preise“, heißt es dann – ein schamloser Versuch, zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist. Ein Hoch auf die Vermieter, die nicht geldgierig sind. Nur durch sie können aktuell weitere Tragödien verhindert werden. Die Politik scheint dazu offensichtlich nicht in der Lage zu sein.

Übersetzung ins Spanische

A algunos puede parecerles lejana la crisis de la vivienda que ya se extiende hasta los pueblos más remotos de Mallorca. Para los propietarios adinerados de segundas residencias o los herederos de inmuebles en la isla, eso puede ser cierto. Pero para la clase media normal — o lo que queda de ella, considerando los bajos salarios en la isla —, la falta de vivienda se ha convertido hace tiempo en un peligro real y palpable. Ya no son solo „las personas vulnerables“ quienes corren el riesgo de quedarse en la calle de un día para otro. Cualquiera que actualmente alquile en Mallorca está potencialmente en peligro de perder su techo — y no encontrar fácilmente uno nuevo. Yo misma formo parte de ese grupo, al igual que la mayoría de mis colegas, y, sin duda, muchos de nuestros lectores. Ya no basta con tener ingresos para estar a salvo de perder un hogar digno. Incluso los buenos contactos apenas sirven hoy en día para encontrar vivienda. Mantener nuestro, pese a todo, relativamente privilegiado nivel de vida o caer de repente en la precariedad depende más que nunca del favor de los propietarios. Muchos de ellos aprovechan la situación sin escrúpulos, llevando los alquileres a alturas vertiginosas. „Así son los precios actuales“, suelen decir en un intento descarado de justificar lo que no se puede justificar. Un brindis por los propietarios que no son codiciosos. Solo gracias a ellos se pueden evitar actualmente más tragedias. La política, al parecer, no está en condiciones de hacerlo.

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