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Meinung | Inselstimmen

Mallorcas Identität vor dem Aus: Warum sind alle Neuankömmlinge so besessen davon, die Insel zu verändern?

Ein Hilferuf des ehemaligen stellvertretenden Chefredakteurs des "Diario de Mallorca" Joan Riera

Urlauber in Palma.

Urlauber in Palma. / Efe

In der Biografie des bkeannten baskischen Bildhauers Eduardo Chillida findet sich folgende Anekdote: Ein Mann namens Fanjul nähert sich jede Woche dem Haus der Familie und bittet um ein Sandwich. Er nimmt niemals Geld an, und gelegentlich bringt er ein Geschenk mit. Eines Tages bietet ihm die Familie des Künstlers Arbeit im Garten an. Fanjul fragt: „Warum willst du mich ändern?“ Die Familie versteht die Entscheidung des Mannes und wiederholt das Angebot nie wieder.

Uns Mallorquinern will man jeden Tag das Leben ändern. Das Problem ist, dass die „Veränderer“ nicht akzeptieren, dass wir sind, wie wir sind. Sie wollen uns so machen, wie sie uns sich vorstellen oder, ohne Umschweife gesagt, wie sie selbst.

Die Maschinerie läuft auf Hochtouren

Die Maschinerie zur Verwischung der balearischen Identität läuft derzeit auf Hochtouren, angetrieben durch die jährlichen Besucherrekorde. Letztes Jahr kamen 17,8 Millionen Touristen, fünf Prozent mehr als 2023. Das sind vierzehn Touristen pro Einwohner. Nur eine winzige Minderheit interessiert sich für die Kultur der Insel, es sei denn, die vielen Bars, in denen man literweise Bier trinken kann, gelten als solche.

Es heißt, hierher kämen Massen von Menschen, um „Wohlstand zu schaffen“. Einige sind Migranten, die in Cafés und Restaurants arbeiten, Hotels reinigen oder sich um ältere Menschen kümmern. Andere sind Investoren oder – anders gesagt – Räuber, die nichts für Mallorca, Menorca, Ibiza oder Formentera empfinden – nur für ihre Bankkonten.

Niemand interessiert sich für die Mallorquiner

Die Kultur der Mallorquiner steuert auf ihre Auslöschung zu, weil sich fast niemand von den Neuankömmlingen für die Mallorquiner interessiert. Anstatt den Tourismus rational zu nutzen, haben wir alles akzeptiert, was man uns angeboten hat – ohne Maß, ohne Kriterien. Die Landschaft, die einst so wunderbar war, steht für jeden Investor zum Verkauf. /pss

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