Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Meinung | Hinter den Bergen

Die Welt in Not!

MZ-Kolumnist Xisco Xavier über Wohnungsnot und Markt auf Mallorca

Eindruck von der Demonstration gegen die Wohnungsnot auf Mallorca am 5. April 2025 in Palma

Eindruck von der Demonstration gegen die Wohnungsnot auf Mallorca am 5. April 2025 in Palma / Alexandra Bosse

Machthungrig und ideologisch getriebene Staatslenker wie King Donald, der Zar von Petersburg, in vorderer Linie, unterstützt durch den Sultan der Osmanen, den Immobilien-Gaukler Netanjahu von Gaza und den religiös erleuchteten Mächten im Iran, bringen die Welt in Not.

Am Ende des Tages jedoch, wenn der Geldbeutel schmerzt, regelt der Markt manch ein von der Realität entrücktes Verhalten. Früher oder später. Denn ohne Moos ist nichts los! Der Markt regelt alles. Wunderbar! So meint man.

Der Markt ist wie ein Raubtier. Jede Schwäche nutzt er aus. Rasend schnell. Will man nicht gefressen werden, muss man alles verfügbare Pulver zur Verfügung stellen. Wie Draghi es uns gelehrt hat!

Dem Markt Grenzen aufzeigen

Den Markt muss man also mit allen Mitteln einhalten, sobald etwas Substanzielles in die falsche Richtung läuft. In unserer mallorquinischen Welt herrscht Not. Eine unbeschreibliche Not an bezahlbarem Wohnraum.

Wenn man keinen bezahlbaren Platz für sein eigenes Leben findet, ist das Leben sehr wenig lebenswert. Ohne einen Ort der Geborgenheit, ohne jegliche Sicherheit, manchmal menschenunwürdig hausend, wie will man da mit Freude seinem täglichen Broterwerb nachgehen? Dies gilt für Servicekräfte, für nach Mallorca abbestellte Mediziner oder gar Richter. Es betrifft fast jeden ohne Eigentum.

Es gibt viele Gründe, warum das so ist. Im Moment zählt aber nur eins. Dem Markt Grenzen aufzeigen, Beschränkungen verfügen, bevor das Wirtschaftssystem Mallorca die soziale Balance verliert und implodiert.

Bis vor Kurzem schien die Welt auf Mallorca noch in Ordnung

Noch vor wenigen Jahren wusste man, wo der Urlauber wohnt und wo der Einheimische lebt. Jeder nach seinen Bedürfnissen. Der eine auf der Suche nach Party und der andere nach Schlaf.

Spätestens mit dem Auftreten von Vermietungsplattformen hat sich alles geändert. Heute stoßen diese zwei gänzlich unterschiedlichen Bedürfnisse von Touristen und Einheimischen im gleichen Haus aufeinander. Das bringt dauerhaften Frust und Stress. Und verlorenen Wohnraum.

Alle relevanten Marktbeteiligten haben das Problem erkannt. Und alle rufen nach der balearischen Politik. Diese ist jedoch mit den Rangspielchen der ultrarechten „Partner“ beschäftigt und macht Kosmetik. Immer auf die eigene Machthaut schauend, nach so vielen Jahren der Abstinenz fast verständlich blöd.

Will man den sozialen Kollaps vermeiden, müssen schnell drastische Maßnahmen her. Und wie? Vielleicht von Kitzbühel lernen! Dann braucht man vielleicht gar keine Landespolitiker, sondern batles mit kühnem Verstand! Und wir? Was machen wir, die vielleicht freien Wohnraum hätten? Die Not ist groß!

Tracking Pixel Contents