Meinung | Strandgeflüster
Mit den Touristen kommt die Plastikflut
MZ-Kolumnistin Jasmin Hickman sieht Handlungsbedarf beim Umgang mit Einwegplastik auf Mallorca

Zu viel zu Plastik überall auf der Insel / Foto: Orgull Llonguet
Einhörner, Krokodile und Flamingos sitzen aufgeblasen neben riesigen Schmetterlingen, Weißen Haien und Walen am Straßenrand und warten geduldig auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Kinder betteln ihre Eltern an: „Mama, bitte! Das Einhorn ist doch so süß!“ Urlaub heißt auch nachgeben. Ich werde auch regelmäßig zum Sommeranfang schwach und würde am liebsten alle Badetiere sofort adoptieren. Doch dann besinne ich mich und frage mich: Muss ich jetzt wirklich so einen riesigen Plastikberg kaufen, der eh nur zwei Wochen überlebt und schließlich auf dem Müll landet? In der heutigen Zeit, wo Nachhaltigkeit zum guten Ton gehört, eigentlich nicht – auch wenn die Einhörner einen mit ihren großen Kulleraugen anschauen. Warum gibt es eigentlich keine aufblasbaren Badetiere aus recyceltem Kunststoff? Oder biologisch abbaubarem Plastik, frage ich mich?
Ein paar Ideen für mehr Nachhaltigkeit auf der Insel
Ein gleiches, ungutes Gefühl überkommt mich, wenn ich mir den Verbrauch der Strandschirme auf der Insel anschaue. Jeden Sommer überschwemmen Billigprodukte aus China die Strände. Die meisten wandern in den Müll, wenn es wieder in den Flieger nach Hause geht. Bei über 13 Millionen Touristen im Jahr 2024 auf Mallorca muss ich nicht erwähnen, was da zusammenkommt. Warum gibt es nicht einfach Leihschirme von guter Qualität in Hotels und in jedem Mietwagenkofferraum?
Mallorca hat sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Seit 2021 dürfen keine Einwegprodukte aus Plastik wie Becher, Teller, Besteck oder Strohhalme mehr verkauft werden. Das ist grundsätzlich super, aber warum gibt es immer noch kein Pfandsystem für Plastikflaschen? Jeden Tag werden auf den Balearen unglaubliche 1,5 Millionen Plastikflaschen täglich verbraucht. Ich finde: Jedes Hotel müsste dazu verpflichtet werden, seinen Gästen kostenloses Trinkwasser in Spendern anzubieten und in jedem Zimmer auffüllbare Trinkflaschen bereitstellen.
Liebe Mallorca-Regierung, ich denke, es gibt Handlungsbedarf!
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