Meinung | Kommentar
Urlauber-Abzocke: Die Taxifahrer sind in bester Gesellschaft
Die kleinen Betrügereien an der Playa de Palma mögen ärgerlich sein, passen aber ins Bild, findet MZ-Chef Ciro Krauthausen

Geparkte Taxis auf Mallorca. / Bernardo Arzayus
Wie Recherchen der MZ belegen, nehmen Taxifahrer an der Playa de Palma den zumeist deutschen Urlaubern systematisch mehr Geld ab als den Einheimischen. Das ist vom Verbraucherrecht her problematisch, aber soziologisch interessant. Erstens handelt es sich nicht um ein rein mallorquinisches Phänomen. Taxifahrer nutzen auch anderswo auf der Welt ein Machtgefälle aus: Es sind sie, die am Steuer sitzen.
Zweitens betuppen sie im Fall der Playa de Plama zumeist schon recht angetrunkene Urlauber. Deren Schaden hält sich in Grenzen: um mehr als ein oder zwei zusätzliche Biere werden sie nicht gebracht.
Und drittens reiht sich dieser kleine Betrug auf Mallorca in eine ganze Reihe weiterer Preisunterschiede ein. Da ist, wie bei den Taxifahrern, der informelle Urlauberaufschlag: Auch in Palmas Innenstadt gibt es das eine oder andere Geschäft oder Lokal, wo die Rechnung je nach Aussehen anders ausfällt.
Es gibt noch viele andere Preisunterschiede
Zudem sind da die offiziell sanktionierten und offenbar europarechtskonformen unterschiedlichen Preise für Besucher oder Einheimische bei Transportmitteln und Sehenswürdigkeiten. Und da sind schließlich die von Marktmechanismen bestimmten Preise bei teuren Weinen oder auch Immobilien, die hauptsächlich von Ausländern gekauft werden.
Die Taxifahrer sind so gesehen in bester Gesellschaft. Ihre Trickserei muss man sich deswegen natürlich trotzdem nicht gefallen lassen. Informieren Sie sich, etwa bei der MZ, über die Tarife, lassen Sie sich eine Quittung geben, signalisieren Sie, dass Sie sich auskennen, beschweren Sie sich.
Aber machen Sie sich keine Illusionen, dass dem Betupp damit ein Ende bereitet wird.
Übersetzung ins Spanische
En la Playa de Palma, los taxistas suelen cobrar sistemáticamente más dinero a los turistas, en su mayoría alemanes, que a los residentes locales. Desde el punto de vista de los derechos del consumidor, esto es problemático, pero sociológicamente resulta interesante. En primer lugar, no se trata de un fenómeno exclusivamente mallorquín. Los taxistas en todo el mundo se aprovechan de los desequilibrios de poder: al fin y al cabo, son ellos quienes están al volante.
En segundo lugar, en este caso, suelen cobrar de más a turistas ya bastante bebidos. El perjuicio de los clientes es limitado: no pierden mucho más que el equivalente a una o dos cervezas.
Y en tercer lugar, esta picardía en Mallorca forma parte de otras diferencias de precios. Al igual que ocurre con los taxistas, también en el centro de Palma hay algunos comercios y restaurantes donde la cuenta varía según el aspecto del cliente. A esto se suman los precios diferenciados —y aparentemente conformes al derecho europeo— para visitantes y residentes en medios de transporte y atracciones turísticas. Y, por último, están los precios determinados por el mercado para exclusivos vinos o propiedades inmobiliarias principalmente adquiridas por extranjeros.
Visto así, los taxistas están muy bien acompañados. Eso no significa, por supuesto, que uno deba aceptar sin más sus triquiñuelas. Infórmese, por ejemplo en el MZ, sobre las tarifas, pida un recibo, deje claro que sabe cómo funciona el sistema, y presente una queja. Pero no se haga ilusiones de que con eso se acabe la picardía.
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