Meinung | Kommentar
Deutschland darf sich in Gaza nicht verstecken
Das Drama im Gaza-Streifen bekommt in Politik und Medien in Deutschland wesentlich weniger Aufmerksamkeit als in Spanien. Dabei sollte auch Berlin die Kriegsverbrechen durch die Netanjahu-Regierung anprangern, meint unser Korrespondent in Madrid, Thilo Schäfer

Familienangehörige umringen am 28. April 2025 im Al-Shifa-Krankenhaus ein im Gaza-Streifen getötetes Kind. / Omar Ashtawy / dpa
In der spanischen Gesellschaft gibt es traditionell große Sympathien für die Palästinenser, besonders im linken Spektrum. Die Lehren aus dem Holocaust haben bei der öffentlichen Wahrnehmung Israels weniger Gewicht, was auf hier lebende Deutsche oft befremdlich wirkt. Der Ministerpräsident Pedro Sánchez war denn auch einer der ersten Regierungschefs, der das harte militärische Vorgehen Israels gegen die Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen als Antwort auf die Terroranschläge der Hamas vom 7. Oktober 2023 kritisierte.
Lange stand der Spanier mit seiner Haltung ziemlich allein da. Doch jetzt macht eine Mehrheit der EU-Länder, Großbritannien und Kanada Druck auf die Netanjahu-Regierung, um den drohenden Völkermord in Gaza zu stoppen. Auch in Israel wird die Kritik lauter. Das gezielte Aushungern der Zivilbevölkerung kann man nicht mehr mit der Verfolgung der Hamas-Terroristen oder dem Ziel der Befreiung der Geiseln rechtfertigen.
In Deutschland spielt die humanitäre Katastrophe in Gaza leider eine eher untergeordnete Rolle. Die Politik verschanzt sich hinter Israels Recht auf Selbstverteidigung, für das es offenbar keine Grenzen gibt. In den meisten Medien wird das humanitäre Drama in Gaza deutlich kleiner gefahren als die russischen Raketenabwürfe auf zivile Ziele in der Ukraine.
Spaniern mag die offene Kritik an Israel aufgrund der unterschiedlichen historischen Verantwortung leichter fallen. Doch auch in Deutschland muss man die unzweifelhaften Kriegsverbrechen durch die Netanjahu-Regierung anprangern. Damit wird man nicht zum Handlager der Hamas und auch nicht zum Antisemiten.
Übersetzung ins Spanische
En la sociedad española tradicionalmente hay simpatía por el pueblo palestino, especialmente entre la izquierda. Por el contrario, en la percepción pública de Israel pesan menos las lecciones del Holocausto, algo que puede resultar irritante para alemanes que residen aquí. Pedro Sánchez fue uno de los primeros líderes en criticar la ofensiva militar israelí contra la población civil en la Franja de Gaza, en respuesta a los atentados terroristas de Hamás del 7 de octubre de 2023.
Durante mucho tiempo, el dirigente español se quedaba solo con este punto de vista. Ahora, sin embargo, una mayoría de los países de la UE, más Reino Unido y Canadá, aumentan la presión sobre el gobierno de Netanyahu para parar un eventual genocidio en Gaza. También dentro de Israel crecen las voces críticas. No se puede justificar el hambre forzada de la población civil con la persecución de los terroristas de Hamás o con el objetivo de liberar a los rehenes
En Alemania, lamentablemente, la catástrofe en Gaza no es un asunto prioritario. Los políticos se esconden detrás del derecho de autodefensa de Israel, que aparentemente no conoce límites. En la mayoría de los medios de comunicación el drama humanitario de Gaza es secundario a los ataques con misiles rusos contra objetivos civiles en Ucrania.
A los españoles puede que les resulte más fácil criticar a Israel por un trasfondo histórico distinto. Pero en Alemania también se han de denunciar los indudables crímenes de guerra del gobierno de Netanyahu. Esto no significa ser cómplice de Hamás ni te convierte en antisemita.
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