Meinung | Ja, aber...
A tourist, a friend – a Busfahrer!
MZ-Kolumnistin Alexandra Wilms freut sich über die Geduld eines Fahrers am Flughafen

Die Busfahrer in Palma kommen täglich mit vielen Urlaubern ein Kontakt / Nele Bendgens
Man nagt am Bleistift, es raucht schon ein wenig aus den Öhrchen, was soll denn nun in die Kolumne? An Themen mangelt es ja nicht: Ökosteuer wird jetzt (Überraschung …) doch nicht erhöht. Kanye West betreibt immer noch „Qualitätstourismus“ auf der Insel (immerhin ganz im nachhaltigen Sinn des Langzeitaufenthalts). Die Regierung der Balearen versichert Konsuln und Reiseveranstaltern, der zunehmende Überdruss der Bevölkerung habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Besucher (statt Maßnahmen zu ergreifen, um den Überdruss einzudämmen).
Aber wie die Kollegin Sophie Mono so schön schrieb, immer nur meckern ist ja auch doof. Deshalb nun ausnahmsweise mal was Schönes, Positives, Optimistisches! Bei der Rückkehr nach einem Deutschlandbesuch saß ich dieser Tage ganz vorn im Bus, der vom Flughafen in die Stadt fährt. Der stand lange genug an der Haltestelle, um mich die ganze Bandbreite unserer Besucher erleben zu lassen – und die unfassbar stoische Freundlichkeit des Busfahrers.
Mit unerschütterlicher Ruhe und Gelassenheit
Der Mann wurde in allen nur erdenklichen Englisch-Bemühungen des Planeten angesprochen, blieb aber selbst bei der zehnten, über das Kartenlesegerät gezogenen Kreditkarte aufrichtig liebenswürdig in seiner „Only cash“-Erklärung. Die daraufhin gezückten 50-Euro-Scheine konterte er mit einem charmanten „Sorry, only 20“, wies gestenreich den Weg zum Automaten an der Haltestelle, der auch größere Scheine nimmt, lauschte mitfühlend dem Bericht der von dort Wiederkehrenden, dass der aber nicht funktioniert. Und hatte am Ende noch Zeit und Muße, einem Pärchen vorgerückten Alters zu erklären, an welcher Haltestelle sie aussteigen mussten, um zu ihrem Hotel zu gelangen.
Dieser direkt dem Slogan des Fremdenverkehrsverbands „A tourist, a friend“ entsprungen scheinende Mann hätte wirklich mal einen der regelmäßig vom Govern verliehenen „Preise für nachhaltigen Tourismus“ verdient. Würde ihn das freuen? Ja. Aber vermutlich wäre er noch glücklicher, wenn die Stadtbusse endlich im 21. Jahrhundert ankommen und Kartenzahlung einführen würden. Man mag sich gar nicht ausmalen, was dieser Mann fürs Inselimage tun könnte, wenn er seine Hilfsbereitschaft nicht länger auf Zahlungsschwierigkeiten beschränken müsste.
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