Meinung | KOMMENTAR
Es sollte nicht normal sein, dass arbeitende Menschen im Wohnmobil leben
Während Palma Millionen in Kultur investiert, leben viele in Zelten oder Campern. Eine konkrete Lösung für die Wohnungsnot ist nicht in Sicht

Wenn Leben im Wohnwagen trotz Vollzeitjob zum Alltag wird - die Wohnwagensiedlung bei Son Hugo in Palma. / Alexandra Bosse
Wohnmobile sind spätestens seit der Corona-Pandemie voll im Trend. Dass sie jetzt auf Mallorca immer breiteren Bevölkerungsteilen als Wohnersatz dienen, sollte aber keinesfalls zur akzeptierten Normalität werden. Es sind Menschen, die täglich zur Arbeit gehen, aber trotzdem reicht ihr Gehalt nicht mehr aus, um sich eine Wohnung oder auch nur ein WG-Zimmer auf der Insel zu leisten. Sie haben stattdessen ein Abo im lokalen Schwimmbad zum Duschen und benutzen für ihre Wäsche die Waschsalons.
Die Balearen-Regierung kündigte mit ihrem „El futur de l’habitatge“-Vorhaben den Neubau von 7.000 Wohnungen an. Wann diese fertiggestellt sein sollen, bleibt jedoch offen. Der Plan produziert viele Dossiers und Projekte, aber nur einen kleinen Bruchteil kurzfristig zur Verfügung stehenden Wohnraum. Das hilft all den Menschen in Wohnungsnot aber nicht. Sie brauchen schnell eine Lösung und nicht erst in der nächsten Legislaturperiode.
Für viele bleibt nur die Abwanderung auf das Festland. Aber was, wenn die Insel deine Heimat ist? Während Palma Millionen dafür ausgibt, die Kulturhauptstadt 2031 zu werden, lebt ein Teil der Bevölkerung in erbärmlichen Zuständen. Zelte am Strand und in Parks, Chabola-Siedlungen unter Brücken, immer größere Wohnwagenkolonien oder ganze Familien in ein WG-Zimmer gepresst – wir sollten uns an diese Zustände nicht gewöhnen. Die spanische Verfassung garantiert jedem Menschen das Recht auf menschenwürdigen Wohnraum – davon ist auf Mallorca wenig zu sehen.
Spanische Übersetzung
Los autocaravanas están de moda al menos desde la pandemia. Pero que ahora en Mallorca sirvan como sustituto de vivienda para sectores cada vez más amplios de la población no debería convertirse en algo aceptado como normal. Son personas que van a trabajar cada día, pero aun así su salario ya no basta para poder permitirse un piso o incluso solo una habitación en un piso compartido en la isla. En su lugar, tienen un abono en la piscina local para ducharse y usan las lavanderías para su ropa.
El Govern balear anunció con el proyecto “El futur de l’habitatge” la construcción de 7.000 viviendas. Sin embargo, sigue siendo una incógnita cuándo estarán terminadas. El plan produce muchos expedientes y proyectos, pero solo una pequeña parte de vivienda disponible a corto plazo. Y eso no ayuda a toda la gente que necesita una vivienda. Requieren una solución rápida y no en la próxima legislatura.
Para muchos solo queda la marcha a la península. Pero ¿qué pasa si la isla es tu hogar? Mientras Palma gasta millones para convertirse en la Capital Europea de la Cultura de 2031, una parte de la población vive en condiciones miserables. Tiendas en la playa y en parques, chabolas bajo puentes, colonias de caravanas cada vez mayores o familias enteras apretadas en una habitación de un piso compartido: no deberíamos acostumbrarnos a estas condiciones. La Constitución española garantiza a todos los españoles el derecho a una vivienda digna; de eso se ve poco en Mallorca.
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