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Meinung | Ja, aber ...

Enthüllung zum Jahresende: Die fade Bilanz des Politik-Jahrs 2025 auf Mallorca

MZ-Kolumnistin Alexandra Wilms über die Enthüllung zum Jahresende: Kaum Fortschritte bei Wohnraum und Tourismus – dafür aber eine Plakette

Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens (3. v. li.) bei der Enthüllung der Gedenkplakette.

Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens (3. v. li.) bei der Enthüllung der Gedenkplakette. / Guillem Bosch

Zum Jahreswechsel wird ja gerne mal Bilanz gezogen. Das muss sich auch die Politik gefallen lassen, selbst wenn deren Zeitrechnung selten Kalenderjahren folgt. Eine Entschuldigung für ein eher ergebnisloses 2025 ist das allerdings nicht.

Zugegeben, die drängenden Probleme der Inseln sind komplex. Doch beim Wohnungsmarkt ist die konservative Regierung kaum vorangekommen. Das Programm „Sicheres Vermieten“, mit dem 3000 leerstehende Wohnungen durch Garantien wieder auf den Markt kommen sollten, brachte im ersten halben Jahr gerade mal 53 zusätzliche Wohnungen – auf allen Inseln zusammen. Auch der neueste Vorschlag von Wohnungsminister José Mateo wirkt eher blauäugig: Eigentümer, die Mieterhöhungen nicht ausreizen, sollen steuerlich belohnt werden. Statt bis zu 4000 Euro Mehreinnahmen pro Jahr freiwillig die etwa 2000 Euro Steuerrabatt wählen? Einen solchen Appell ans Gutmenschentum würde man eher von links erwarten.     

Bisher wenig Neues

Und beim überbordenden Tourismus? Schweigen im Kiefernwald. Statt Maßnahmen werden mal wieder Studien in Auftrag gegeben. Dass der ein oder andere Urlauber in diesem Jahr fernblieb, war eher den Preisexzessen der Hoteliers zu verdanken als politischem Eingreifen. Sicher, die dereinst angekündigte Erhöhung der Touristensteuer scheiterte am Partner Vox. Aber man hätte ahnen können, dass ein Duldungspakt mit den Rechtsextremen ungefähr so berechenbar ist wie ein Waschbär auf Koks.

Immerhin durfte Ministerpräsidentin Prohens zum Jahresende dann doch mal zwei sichtbare Erfolge präsentieren: Die Einweihung des renovierten Bahnhofs Terminus samt Plaketten-Enthüllung (steingewordener feuchter Traum von PP-Politikern), sowie den Besuch des fast fertig renovierten Templerkastells (finanziert dank Einnahmen aus der Touristensteuer). Dringend benötigte Erfolgserlebnisse für die Konservativen? Ja. Aber initiiert wurden beide Projekte vor über drei Jahren vom vorherigen Linkspakt. In der Jahresbilanz machen sie sich aber natürlich trotzdem ausgezeichnet.            

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