Meinung | Mein Mallorandum
Deutsches Mädchen erklärt sich auf Mallorca zur Königin - und König Felipe VI. antwortet ihr ganz offiziell
MZ-Kolumnist Mirko Perković über eine Erfahrung, die noch lange in Erinnerung bleiben wird

Die spanische Königsfamilie im vergangen Sommer auf Mallorca. / CATI CLADERA
Matylda und ihre Schwester saßen und aßen in einem Schnellrestaurant. In Cala Millor. Die Finger leicht klebrig – viel Ketchup –, auf den Köpfen thronten papierene Werbe-Diademen. „Papa-Zeit“ — und sie versprach, märchenhaft zu werden. Nur warum? Die Ältere, nun als Fürstin verkleidet, malte auf der Platzset-Rückseite. Plötzlich richtete sie sich auf und rief in herrscherlichem Ton: „Ich male mich mit meiner Krone auf dem Kopf – so wie eine Königin!“ In diesem Augenblick beschloss ich, diese Welt für sie wahr werden zu lassen. Ich erklärte, dass wir in Spanien tatsächlich einen Monarchen haben. Und tat, was wir Papas halt tun, um Töchteraugen zum Leuchten zu bringen: „Ich verspreche, ich schicke dein Bild Su Majestad el Rey Felipe VI.“
Für ein deutsches Kind auf Mallorca fühlt sich das Königreich unwirklich an – so wie ein Einhorn. Ich aber meinte es ernst, weil ich eben selbst an diese majestätische Magie glauben wollte. Zurück zu Hause fotografierte ich die Zeichnung, schrieb eine Nachricht an die Casa Real und berichtete von der kleinen Thronfolgerin, ihrer Vorschule in Artà und davon, wer auf dem Bild zu sehen sei: Ihre Majestät persönlich, Matylda I.
Antwort aus dem Königshaus
Einige Tage später: ping! Mein Mailfach. Absender: Casa Real, Palacio de la Zarzuela, Madrid! Ich las die Zeilen neunmal. Eine offizielle Reaktion. Verfasst von Cristóbal Moreno, dem Chefsekretär. Der Monarch ließ sich für die freundlichen Worte bedanken und sandte einen herzlichen Gruß, den er ausdrücklich Matylda zukommen lassen wollte. Ein royaler Gruß – für meine Große, die auch einmal Königin sein wollte. Ausgesprochen vom Staatsoberhaupt einer der ältesten Königsdynastien Europas. Diese ausgedruckte, eingerahmte E-Mail! Welch Andenken. Und sie wird zur Anekdote werden, die ich ihr eines Tages erzählen werde: „Weißt du noch? Damals, als du dachtest, du seist eine Königin? Der König hat dir geglaubt.“ Sollten wir übrigens alle tun. Denn: Kinder – sie sind die Regenten von morgen.
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