Meinung | KOMMENTAR
Wohnungen, KI und Sommermärchen: Das wünscht sich die Redaktion der Mallorca Zeitung für 2026
Was wir uns zum Jahreswechsel wünschen - und was aus den Wünschen von 2025 geworden ist

Am Strand von Alcanada auf Mallorca. / Clara Margais/dpa
Die Redaktion der Mallorca Zeitung wünscht sich von 2026: Dass endlich effektive Strategien gefunden und umgesetzt werden, um der Wohnungsnot und den horrenden Mieten auf der Insel etwas entgegenzusetzen. Dass vor unseren Augen keine Migranten mehr im Mittelmeer ertrinken. Dass sich sowohl in Deutschland als auch in Spanien die Reihen gegen den Rechtspopulismus schließen. Dass sich Donald Trump weiter selbst demontiert.
Dass wir verstehen, dass die KI nur ein Tool ist und dem Menschen dienen sollte, anstatt ihn überflüssig zu machen. Dass die Gehälter auf der Insel in Zeiten der steigenden Lebenshaltungskosten endlich angemessen erhöht werden – insbesondere auch im Journalismus. Dass Menschen sich wieder in die Augen schauen und miteinander sprechen, wenn sie gemeinsam am Tisch sitzen, anstatt jeder auf sein Handy zu starren. Dass sich die Insel nicht mehr wie ein Videospiel namens „Mallorquiner vs. Deutsche“ anfühlt und jede Seite versucht, die Bedürfnisse der anderen zu verstehen.
Dass Palmas Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2031 – unabhängig davon, ob es klappt – viele spannende Projekte mit sich bringt und die Wertschätzung für die Kultur in der Gesellschaft steigert. Dass der Begleitdienst am Flughafen wieder besser funktioniert, damit auch Menschen mit Einschränkungen ein halbwegs entspannter Mallorca-Urlaub möglich gemacht wird. Dass wir einsehen, dass die Natur uns nicht braucht, aber wir sie schon. Dass viele spannende Interviewpartner auf die Insel kommen. Dass der Ballermann zum Sommermärchen bei der WM wird.
Dass 2026 für Sie und uns ein in jeder Hinsicht gutes Jahr wird.
Das hatten wir uns für 2025 gewünscht
Die Redaktion der Mallorca Zeitung wünschte sich von 2025: Dass die Schaffung bezahlbaren Wohnraums endlich Fahrt aufnimmt, ohne dass bisher unberührte Flecken der Insel zugebaut werden. Dass die hohen Mieten nicht der Grund sind, dass Menschen die Insel verlassen müssen. Dass die Gehälter an die Lebenshaltungskosten angepasst werden und die Lebenshaltungskosten an die Gehälter.
Dass ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen von Einheimischen und Urlaubern gefunden wird und der versprochene Kurswechsel sich nicht als leere Phrase entpuppt. Dass die Beziehung zwischen Deutschen und Mallorquinern wieder respektvoller und wohlwollender werden und es nie wieder vorkommt, dass deutsche Polizisten einen mallorquinischen Taxifahrer verprügeln. Dass Ministerpräsidentin Marga Prohens nicht wieder mit Rechtsextremen kooperiert. Dass die deutsche Politik nach der Bundestagswahl aus dem Stillstand findet, der AfD die Stirn bietet und die Wirtschaft wieder in Schwung kommt.
Dass es so regnet, wie es der Erde guttut, und wir sorgsamer mit dem Wasser umgehen. Dass beim Schnorcheln wieder mehr Oktopusse zu sehen sind. Dass Real Mallorca den internationalen Wettbewerb erreicht. Dass Avril Lavigne zum Mallorca Live Festival kommt. Dass die 25-Jahr-Feier der Mallorca Zeitung ein so rauschendes Fest wird, wie wir es uns verdient haben. Dass Mallorca sich wieder ein bisschen mehr nach Mallorca anfühlt – und nicht nach einer Investoren-, Influencer- und Makler-Attrappe. Dass wir weiter Freude an der Insel haben und uns von ihr inspirieren lassen.
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