Meinung | Strandgeflüster
Tierliebe auf Mallorca: Adopt, don’t shop!
Das Geschäft mit Hundewelpen boomt. Ein Aufruf von MZ-Kolumnistin Jasmin Hickman, Tiere aus dem Tierheim oder von Organisationen zu adoptieren, anstatt sie bei Züchtern zu kaufen

Viele Menschen wünschen sich einen Hund als Begleiter. / Nele Bendgens
Für viele Kinder ist ein eigener Hund der größte Traum. Ich kann das gut verstehen. Ich bin selber mit Katzen groß geworden und glaube, es tut Kindern wirklich gut, mit Tieren aufzuwachsen. Die bedingungslose Liebe, die Tiere uns entgegenbringen, ist etwas ganz Besonderes. Einem Hund ist es völlig egal wie wir aussehen, was wir tragen, woher wir kommen. Er liebt uns einfach, so wie wir sind.
Das basiert leider nicht immer auf Gegenseitigkeit. Uns ist es scheinbar nicht egal, wie der Hund aussieht – nicht umsonst boomen Zuchttiere. Ein Mischlingshund kommt für viele nicht infrage, es sollte doch ein Labradoodle, Teckel oder Golden Retriever sein. Sucht man auf der Seite www.milanuncios.com – das spanische Pendant zu Ebay Kleinanzeigen – nach Hunden auf Mallorca, werden über 1.388 Tiere angeboten, eine unglaubliche Zahl!
Die Zucht von Hundewelpen ist ein lukratives Geschäft
Alle 1.388 angebotenen Hunde sind Welpen und Rasse-Tiere. Das macht mich wirklich stutzig. Über 285 verschiedene Hundebabys jeder Größe und Rasse stammen alleine von einem Händler, der die Tiere nach ganz Spanien ausliefert. Von liebevoller Aufzucht ist die Rede. Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass irgendwo auf einem großen Hof über 280 Hundewelpen darauf warten, vermittelt zu werden. Ich möchte nicht wissen, welche Zustände dort herrschen, und wie die armen Muttertiere als reine Gebärmaschinen gehalten werden. Es bricht mir einfach das Herz.

Auch ausgewachsene Hunde freuen sich über ein neues Herrchen. / Nele Bendgens
Doch das Geschäft boomt. Die Nachfrage ist da und für jeden verkauften Hund von solch zwielichtigen Händlern kommen neue Zuchtwelpen nach. Aber was passiert mit den nicht verkauften Tieren? Sobald sie ein gewisses Alter überschreiten, werden sie zu Ladenhütern und viele von ihnen landen in den sogenannten Perreras. Staatliche Tierheime, die auch Tötungsstationen genannt werden, weil Tiere, die nach einigen Wochen nicht vermittelt sind, eingeschläfert werden.
Es warten viele Tiere in Heimen auf neue Besitzer
Ein Teufelskreis, den man einfach unterbrechen kann, in dem man kein Zuchttier kauft. Die Tierheime Bulgariens, Rumäniens, der Türkei oder Griechenland sind voll mit zauberhaften Mischlingswelpen. Adopt, don’t shop (Adoptieren anstatt kaufen) – heißt es in Tierschutzkreisen, und ich finde dieses Motto genau richtig!
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