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Meinung | Fels in der Brandung

Warum man den Immobilien-Investoren auf Mallorca den roten Teppich ausrollen sollte

MZ-Kolumnist Lutz Minkner erklärt über die Bedeutung privater Initiativen beim Erhalt architektonischer Schätze

Das Gebäude der "Creu 5 heritage Residences" an der Costa de Santa Creu war im 15. und 16. Jahrhundert die Herberge der Kartäuser.

Das Gebäude der "Creu 5 heritage Residences" an der Costa de Santa Creu war im 15. und 16. Jahrhundert die Herberge der Kartäuser. / Creu Cinco

„Hättest Du geschwiegen, wärest Du ein Philosoph geblieben“ (oder umgangssprachlich „… Hätte man Dich für klug gehalten“), hieß es schon bei den alten Römern, und man möchte das manchmal auch gern Journalisten zurufen, die aus Unwissenheit oder um die Vorurteile ihrer Klientel oder eigene zu bedienen, Halbwahrheiten verbreiten, z.B. zum Wohnungsmarkt auf Mallorca. Da schrieb vor ein paar Tagen ein Journalist in einer hiesigen Zeitung unter der Überschrift „Luxus-Immobilienwahnsinn auf Mallorca: ‚Jahrhundertealtes Gebäude wird aufgemotzt und teuer verkauft‘ über die Sanierung mehrerer verfallener historischer Gebäude und Landgüter mit der Einleitung ‚Die aus dem Ruder gelaufene Wohnungssituation in Palma de Mallorca treibt weitere Blüten‘ und berichtet, dass die günstigste, nur 53 m² kleine Wohnung eine Million kostet“. Weiter wird die Luxussanierung der beiden Landgüter Son Curt und Son Fortuny erwähnt. Luxussanierung für nur wenige Reiche statt Sozialwohnungen für wohnungssuchende Einheimische. Warum dieser Artikel ärgerlich ist?

Ohne Investoren würden viele kulturell wertvolle Gebäude auf Mallorca komplett verfallen

Weil jeder, der sich im Bauwesen von Mallorca auskennt, weiß, dass unzählige ehemals emblematische Gebäude oder Anwesen seit Jahren und Jahrzehnten in ruinösem Zustand dem weiteren Verfall preisgegeben sind, dass der Staat kein Geld hat, sich dieser Kulturgüter anzunehmen, dass sich nur sehr schwer ein Investor finden lässt, der sich den Wiederaufbau und die Sanierung unter Beachtung von Denkmalschutzvorschriften „antut“ und dass Wiederaufbau und Sanierung ein Vielfaches von Abriss und Neubau im sozialen Wohnungsbau kosten. Kein Investor arbeitet aus Altruismus und deshalb muss schlussendlich ein Kaufpreis mit einem sehr hohen Quadratmeterpreis herauskommen. Und ja: Nur wenige können sich einen solchen Kaufpreis leisten, aber dafür konnte ein ansonsten unwiederbringliches architektonisches Kunstwerk gerettet werden und neu entstehen. Mit einer solchen Investition wird auch keinem Mallorquiner Wohnraum weggenommen. Wenn sich solche Investoren finden, sollte Palma, sollte Mallorca ihnen einen roten Teppich ausrollen und ihnen danken.

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