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Meinung | Fels in der Brandung

Palmas Bewerbung als Kulturhauptstadt 2031– und ein konkreter Plan: Zugang zu Kultur für alle

MZ-Kolumnist Lutz Minkner hält einen besseren Zugang zur Kultur für Inselbewohner für ein lohnendes Ziel der Palma-Bewerbung.

Sitzung des Fachausschusses für die Kandidatur Palma 2031.

Sitzung des Fachausschusses für die Kandidatur Palma 2031. / Rathaus Palma

Palma hat sich beworben, 2031 Kulturhauptstadt Europas zu werden. Diesen Wettbewerb gibt es seit 1985 mit der Zielsetzung, die kulturelle Vielfalt Europas sichtbar zu machen, den kulturellen Austausch zwischen den Kulturen zu fördern und langfristige Impulse für die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu setzen. Für 2031 müssen Spanien und Malta je eine Stadt benennen. Mit Palma bewerben sich Burgos, Cáceres, Granada, Jerez de la Frontera, Las Palmas de Gran Canaria, Oviedo, Potries und Toledo.

Warum Palma an dem Wettbewerb teilnimmt und den Titel erstrebt, weiß bisher niemand so genau, denn die Balearen-Regierung hat zwar ein 60-seitiges Dossier erstellt, das aber noch nicht veröffentlicht wurde. Lediglich das Motto „Mediterrànea in Motion“ ist bekannt. Der Titel soll sich auf Konzepte der Nachhaltigkeit und des Wandels der Stadt infolge einer neuen Form des Tourismus beziehen. Die Gesamtkosten der Teilnahme werden (bis 2031) mit 275 Millionen Euro angegeben. Und das ruft gleich die ewigen Nörgler auf den Plan, die die Haare aus der Suppe fischen und tausend Zwecke kennen, wofür man das Geld besser ausgeben könne. Palma brauche im Übrigen keine Werbung, denn mehr Tourismus könne die Stadt ohne nicht verkraften.

Steigert kostenfreier Zugang zur Kultur die Lebensqualität der Inselbewohner?

Das Projekt hat prominente Befürworter, nämlich Palmas Kultur-Stadtrat Javier Bonet und seine Ehefrau, Ministerpräsidentin der Balearen Marga Prohens und viele andere. Zu Recht betonen sie Palmas vielfältiges kulturelles Erbe, Palmas zahlreiche Kulturzentren und seine hochaktive Kulturszene, wobei die Vergangenheit als Basis für die zeitgenössische Kultur fungiere. Sie erklären auch, dass stärker als bisher ein Gleichgewicht zwischen Besucherzahlen und Lebensqualität der Bewohner hergestellt werden müsse.

Insbesondere solle daran gearbeitet werden, dass die Bewohner der Inseln möglichst kostenfreien Zugang zum kulturellen Angebot erhielten. Unmittelbar nach der Covid-Pandemie haben viele über den „Hunger nach Kultur“ geschrieben. Wenn auch diese Rufe inzwischen wieder etwas verhallt zu sein scheinen, ist es doch unser aller Aufgabe, einen offenen Zugang und die Teilhabe aller an der kulturellen Entwicklung und den kulturellen Angeboten zu schaffen. Wenn dies ein Ergebnis des Wettbewerbs um den Titel der Kulturhauptstadt Europas sein wird, dann lohnt sich die Teilnahme am Wettbewerb allemal.

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