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Meinung

Mallorca-Urlaub wird immer teurer – aber bei der Touristensteuer übt sich die Insel in Askese

Während Palma Strandliegen verteuert, bleibt die Touristensteuer eingefroren – trotz Overtourism und steigender Kosten

Strandliegen, wohin man nur schaut: Eindrücke von Cala Major.

Strandliegen, wohin man nur schaut: Eindrücke von Cala Major. / DM

Angesichts des ganzen Gejammers um die Preise auf Mallorca gibt es doch eins, was seit zehn Jahren überraschend stabil bleibt: die Steuer für nachhaltigen Tourismus – die damit faktisch immer niedriger wird. Noch niedriger, als sie im Vergleich zu anderen, weitaus weniger attraktiven Reisezielen ohnehin schon ist.

Dass die Konservativen die Steuer nicht erhöhen wollen, wundert erst einmal nicht, schließlich hatten sie bei deren Einführung das bevorstehende Ende des Tourismus auf den Inseln prophezeit und angekündigt, sie bei Regierungsübernahmen sofort abzuschaffen.

Steuererhöhung angekündigt

Es wundert dann aber doch, denn schließlich hatte Präsidentin Marga Prohens zu Beginn ihrer Amtszeit, als die Stimmung bezüglich des Overtourism auch in der Breite der Bevölkerung umgeschlagen war, nicht nur von der Abschaffung abgesehen (wer verzichtet schon gerne auf sprudelnde Einnahmen in die öffentliche Kasse), nein: Sie hatte gar großspurig die Erhöhung der Steuer angekündigt, um den Massen zumindest politisch Herr zu werden.

Seitdem aber wurde nur herumlaviert, was sicherlich auch an der ungesunden Duldungskoalition mit den Rechtspopulisten liegt. Jetzt liegt die Erhöhung erstmal auf Eis, schließlich wird nächstes Jahr gewählt, da will man keine neuen Fronten eröffnen.

Kasse machen mit Strandliegen

Bemerkenswert wird diese Zurückhaltung, wenn man sieht, wo politisch angestoßene Preissteigerungen plötzlich kein Problem sind. Der ebenfalls konservative Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, findet es offenbar total in Ordnung, die Tarife für Strandliegen an der Playa de Palma im Zuge der Neuvergabe der Konzession fast zu verdoppeln, damit die private Firma, die die Ausschreibung gewinnt, ordentlich Kasse machen kann.

Darf man sich darüber wundern? Ja. Vor allem, weil die Verteuerung unter anderem mit einem Inflationsanstieg von 22,4 Prozent seit 2019 begründet wird. Der betrifft aber auch alle Firmen und Unternehmen, die für die Umsetzung der Projekte zuständig sind, in die die Touristensteuer investiert wird. Aber obwohl diese Projekte – zumindest theoretisch – dem Wohle aller dienen, entdeckt die Politik ausgerechnet hier ihre asketische Seite.

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