Meinung
Tramuntana-Gesetz: Damit lässt sich arbeiten
Mallorcas Inselrat tut gut daran, die Bewirtschaftung in den Mittelpunkt seines Gesetzesentwurfs für die Serra de Tramuntana zu stellen, findet MZ-Chef Ciro Krauthausen

Olivenbäume im Gebirge. / Mallorca Balloons
Der vom Inselrat vorgelegte „Gesetzentwurf zur Regelung der Kulturlandschaft Serra de Tramuntana“ ist eine gute Grundlage für den Erhalt des Unesco-Welterbes. Es ist richtig, dass er bei der Bewirtschaftung ansetzt: Die Serra de Tramuntana ist kein Nationalpark, der möglichst abgeschottet werden sollte, sondern seit vielen Generationen ein Lebensraum. Es sind die Menschen, die diese Landschaft geprägt haben.
Wenn hier die Terrassen und der Wald nicht mehr gepflegt werden, droht ihr Niedergang. Deswegen sollen Auflagen für die Land- und Forstwirtschaft gelockert werden, deswegen sollen den Eigentümern der Anwesen auch weitere Einnahmequellen zugestanden werden – stets unter der Vorgabe, das Kultur- und Naturerbe nicht zu beschädigen.
Zugleich soll die Tramuntana nicht den Privateigentümern vorbehalten, sondern der Öffentlichkeit zugänglich sein. Nicht als Abenteuerspielplatz – daher etwa das Verbot der Quads auf Feldwegen oder die Einschränkung von Motorradausfahrten – und stets begleitet von einer Steuerungsmöglichkeit der Besucherströme.
Damit das auch klappt, wird ein Konsortium gestärkt, das die Zügel in der Hand hält und Zuwiderhandlungen sanktioniert. Finanziert wird das alles mit den millionenschweren Einnahmen der Touristensteuer, also den zahlenden Urlaubern. Damit lässt sich arbeiten.
Nun muss es darum gehen, in der Ausarbeitung den schon in Habachtstellung harrenden Interessengruppen nicht nachzugeben – dazu gehören Privateigentümer ebenso wie Jäger und auch manche Aktivisten.
Übersetzung ins Spanische
El proyecto de ley para la „regulación del paisaje cultural Serra de Tramuntana“ presentado por el Consell Insular es una buena base para la conservación del Patrimonio Mundial de la Unesco. Es correcto que empiece por la gestión: la Serra de Tramuntana no es un parque nacional que deba aislarse lo máximo posible, sino que desde hace muchas generaciones es un espacio vital. Son las personas quienes han dado forma a este paisaje.
Si aquí ya no se cuidan las terrazas y el bosque, amenaza su decadencia. Por eso deben flexibilizarse las exigencias para la agricultura y la silvicultura; por eso también debe permitirse a los propietarios de las fincas otras fuentes de ingresos, siempre bajo la premisa de no dañar el patrimonio cultural y natural.
Al mismo tiempo, la Serra no debe quedar reservada a los propietarios privados, sino ser accesible al público. No como patio de recreo para la aventura —de ahí, por ejemplo, la prohibición de los quads en caminos rurales o la restricción de las salidas en moto— y siempre acompañada de la posibilidad de regular el flujos de visitantes.
Para que eso funcione, se refuerza un consorcio que lleva las riendas y sanciona las infracciones. Todo ello se financia con los ingresos millonarios del impuesto turístico, es decir, con el dinero de los visitantes. Con esta ley se puede trabajar.
Ahora se trata de que, en la elaboración, no se ceda ante los grupos de interés que ya aguardan en posición de alerta —entre ellos, tanto propietarios privados como cazadores y también algunos activistas.
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