Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Meinung | KOMMENTAR

Die Franco-Zeit darf nicht in Vergessenheit geraten – und es fängt im Klassenzimmer an

MZ-Redakteurin Sarah López findet, dass Kinder und Jugendliche früher und intensiver etwas über den Bürgerkrieg und die Franco-Diktatur lernen sollten

Ein Schulbuch in Spanien.

Ein Schulbuch in Spanien. / El Periódico

In Zeiten, in denen Jugendliche auf Mallorca Sätze sagen wie „Unter Franco war das Leben besser“, hat das Balearen-Parlament mit den Stimmen von PP und Vox das ursprünglich überparteiische Gesetz zur demokratischen Erinnerungskultur wieder einkassiert.

Die historische Aufarbeitung aber muss weitergehen– insbesondere im Bildungsbereich. Kinder und Jugendliche sollten sich schon früh in der Schule mit dem Bürgerkrieg und der Franco-Diktatur beschäftigen, damit sich die historischen Fakten einprägen und nicht die Lügen, die auf TikTok kursieren. 26 Prozent der jungen Männer zwischen 18 und 26 Jahren hielten im Jahr 2024 in einer Umfrage eine autoritäre Regierung für besser als eine Demokratie. Vielleicht würde man anders über Autoritarismus denken, wenn man sich bereits vor der 10. Klasse intensiver mit den damaligen Grausamkeiten auseinandersetzen müsste. Vertieft behandelt wird das Thema zumeist erst in der zwölften Klasse.

Die Franco-Zeit ist zwar seit den 2000er-Jahren Teil des Lehrplans, doch erst seit 2022 ist auch die Repression während Bürgerkrieg und Diktatur ausdrücklich im Geschichtsunterricht verankert. Und auch wenn das zunächst wie ein Fortschritt klingt, zeigen Entwicklungen wie auf Mallorca oder in Madrid im September 2025 ein anderes Bild: Damals strich die Regionalregierung der PP unter Isabel Díaz Ayuso Fortbildungen für Lehrkräfte zur historischen Aufarbeitung. So drohen die Verbrechen der Franco-Zeit wieder ein Stück weit in Vergessenheit zu geraten – ebenso wie die sterblichen Überreste vieler Opfer des Bürgerkriegs.

Spanische Übersetzung

En tiempos en que los jóvenes en Mallorca dicen frases como „Bajo Franco se vivía mejor", el Parlament balear ha derogado con los votos del PP y Vox la originalmente suprapartidista Ley de Memoria Democrática. La historia, sin embargo, ha de mantenerse viva, especialmente en el ámbito educativo. Niños y adolescentes deberían abordar desde una edad temprana en la escuela la Guerra Civil y la dictadura franquista, para que se les graben los hechos históricos y no las mentiras que circulan en TikTok. El 26 por ciento de los hombres jóvenes de entre 18 y 26 años, según una encuesta de 2024, consideraba que un gobierno autoritario era mejor que una democracia. Tal vez se pensaría de otra manera sobre el autoritarismo si antes de 4º de la ESO hubiera que profundizar más en las atrocidades de aquella época. En la actualidad el tema se trata en profundidad en 2º de Bachillerato. Aunque el franquismo forma parte del currículo escolar desde los años 2000, no fue hasta 2022 cuando la represión durante la Guerra Civil y la dictadura quedó incorporada de forma expresa en la enseñanza. Y aunque eso pueda parecer un avance, acontecimientos como los actuales en Mallorca o los de Madrid en septiembre de 2025 dibujan otra realidad: entonces, la presidenta de la Comunidad de Madrid, Isabel Díaz Ayuso, eliminó cursos de formación para docentes sobre memoria histórica. Así, los crímenes del franquismo corren el riesgo de caer en el olvido, al igual que los restos mortales de muchas víctimas de la Guerra Civil.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents