Meinung
Senkung der Promillegrenze in Spanien gescheitert: Weitersaufen mit Segen der Politik
Keine strengeren Regeln für Alkohol am Steuer in Spanien: Die neue Grenze von 0,10 Milligramm fand im Parlament keine Mehrheit. MZ-Kolumnist Mirko Perković findet das bedauerlich

Verkehrskontrolle in Spanien. / Foto: Efe
Trinken Sie mal einen Hierbas? Zwei Cava? Drei Cerveza? Na, dann: ¡Salud! Zum Wohl! Steigen Sie danach ruhig in die Karre. Starten Sie den Motor. Die spanische Politik hält Ihnen dafür höchstpersönlich die Wagentür auf.
Die Gesetzes-Keule, die ab diesem Jahr endlich durchgreifen sollte? Der harte Schnitt auf 0,10 Milligramm in der Atemluft? In der zuständigen Kommission im Kongress eiskalt abgeschossen. 18 Ja-Stimmen, 19 Nein-Stimmen. Bäm. So schnell stirbt die Vernunft. Die PP faselt von „mangelnder Solidität“. Vox jammert über „Inkassozwecke“. Und die linken Hardliner von der ERC blockieren aus purem Trotz die 0,1, weil sie 0,0 wollten.
Ein Menschenleben ist mehr wert als ein Glas zu viel
Alles bleibt beim bisher gültigen Bußgeldkatalog. Wer am Tresen lallt: „Ach, komm, einer geht noch“, der hat ab sofort wieder den offiziellen Segen der Abgeordneten. 1.119 Verkehrstote im vergangenen Jahr! Bei 34 Prozent der toten Fahrer war Alkohol im Spiel. Das sind keine Statistiken, das sind Leichensäcke. Zerbrochene Familien, Leben, die in Millisekunden ausradiert werden.
Die Guardia Civil nachts am Kreisel? Blaulicht-Gewitter im Indigo-Modus. Sie inszeniert dort kein Schafott. Sie sind die Schutzpatrone der Landstraße. „¿Ha bebido?“ Haben Sie was getrunken? Das Plastikröhrchen glänzt im Scheinwerferlicht wie das Besteck eines Chirurgen. Solange Sie unter der alten Grenze von 0,25 Milligramm bleiben, winken die Beamten Sie weiterhin durch.
Aber wehe, Sie überspannen den Bogen. Denn die alten und somit aktuellen Strafen sind immer noch da. Was auf Sie wartet? Ertappt. 0,26 Milligramm. Bäm. 500 Euro weg, vier Punkte. Teure Fahrt? Nein. Die günstigste Lebensversicherung, die Sie kriegen können. Wer die 0,5 knackt, zahlt tausend Euro. Sechs Punkte.
Tut weh? Soll es auch. Denn draußen riecht es danach vielleicht ein bisschen mehr nach Sicherheit. Und vielleicht bleibt ein Kind am Leben. Die Politik mag bei der Verschärfung gescheitert sein. Lassen Sie dennoch den Schlüssel stecken, rufen Sie sich ein Taxi. Auf Ihre Gesundheit!
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