Meinung | Strandgeflüster
Warum das Leid spanischer Jagdhunde trotz neuem Tierschutzgesetz weitergeht
MZ-Kolumnistin Jasmin Hickman berichtet über das schlimme Leid der spanischen Jagdhunde

Jagdhunde werden in Spanien als Nutztiere kategorisiert. / Veto Tierschutzorganisation
Manche Kolumnen sind wirklich schwer für mich. Weil sie mich zwingen, mich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das mir nicht nur Tränen in die Augen treibt, sondern mich auch einfach so wütend macht.
Es geht um das Leid der spanischen Jagdhunde. Jedes Jahr werden über eine Million Podencos und Galgos (spanische Jagdhunderassen) in Spanien und Portugal gezüchtet, ausgebeutet und entsorgt. Sobald die Jagdsaison endet, beginnt für tausende dieser Hunde ein Albtraum. Was für viele Jäger zuvor noch ein „Werkzeug“ war, verliert plötzlich seinen Wert. Zu langsam, nicht mehr leistungsfähig genug oder einfach überflüssig geworden – die Gründe sind banal, die Konsequenzen grausam. Die Tiere werden ausgesetzt, misshandelt oder getötet. Manche verhungern qualvoll, andere werden an Bäume aufgehängt und dem langsamen Sterben überlassen – eine besonders erschütternde Praxis, die zynisch als „Klavierspielen“ (wegen der Bewegung der Pfoten beim Versuch, den Boden zu berühren) bezeichnet wird und, ob Sie es glauben oder nicht, immer noch in manchen ländlichen Regionen Spaniens praktiziert wird.
Um die Versorgung mit „frischen“ Jagdhunden zu gewährleisten, werden Hündinnen oft jahrelang als Gebärmaschinen missbraucht. Ihre völlig entkräfteten Körper werden irgendwann aussortiert. Viele von ihnen landen in örtlichen Tierheimen – samt der Welpen, die keinen ausreichend starken Jagdinstinkt entwickeln. Jagdtaugliche Welpen werden abgerichtet oder an andere Jäger verkauft.
Das spanische Tierschutzgesetz unterscheidet zwischen Haus- und Nutztieren
Nach dem neuen Gesetz gelten Tiere in Spanien nicht mehr als Sache und dürfen auch nicht mehr so behandelt werden. Das neue Gesetz beschreibt, dass Tiere nicht misshandelt, ausgenutzt, verpfändet oder vererbt werden dürfen. Sie haben somit einen völlig neuen Stellenwert erlangt. Aber: Bei dem Gesetz wird zwischen Haus- und Gebrauchstieren unterschieden. Und die spanische Jagdlobby hat sich dafür starkgemacht, dass Jagdhunde als Gebrauchstier eingestuft werden. Wie so oft, beeinflusst der Lobbyismus die Gesetzgebung.
Tierschutzorganisationen wie Veto (www.veto-tierschutz.de) kämpfen unermüdlich gegen dieses Leid an. Sie retten Hunde von den Straßen, pflegen sie gesund und versuchen, ihnen ein neues Zuhause zu geben. Doch der Strom an hilfsbedürftigen Tieren reißt nicht ab, denn das Problem ist tief verwurzelt in der spanischen Tradition, unzureichenden Gesetzen und fehlender Aufklärung. Deshalb ist es so wichtig, hinzuschauen und die Geschichte der Jagdhunde zu erzählen, auch wenn mir dabei die Tränen kommen.
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