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Meinung | Fels in der Brandung

Wie in Venedig: Palma bekommt Wasserbusse entlang der Küste

MZ-Kolumnist Lutz Minkner über das neue Verkehrsprojekt auf Mallorca: Wasserbusse sollen künftig zwischen Porto Pi und Molinar verkehren, später womöglich sogar bis Arenal

So ähnlich könnten die Wasserbusse im Hafen von Palma aussehen.

So ähnlich könnten die Wasserbusse im Hafen von Palma aussehen. / APB

Venedig hat’s uns vorgemacht: Das dort wohl wichtigste Verkehrsmittel sind die Wasserbusse „Vaporetto“. Sie umrunden die Insel, durchqueren sie und befahren mit den Linien Eins und Zwei etwa vier Kilometer des Canal Grande, wobei die Linie Eins 15 Stopps hat, die schnellere Linie Zwei nur sieben. Deshalb wird die Linie Eins mehr von Touristen, die Zeit haben und die Aussicht genießen wollen, genutzt und die Linie Zwei mehr von Einheimischen. Und was hat das mit Mallorca zu tun? Nun, schon zum Jahresende 2026 soll es auch auf Mallorca Wasserbusse geben, die an Palmas Küstenstreifen von Porto Pi bis El Molinar (in einer zweiten Phase ist eine Verlängerung bis El Arenal gedacht) verkehren werden. 

Die geplanten drei Linien sollen von Tui und MallorcAventura betrieben werden. Bei den Bussen handelt es sich um vier 18 m lange Katamarane, die jeweils 100 Passagiere befördern können. Die Katamarane werden Hybridantrieb haben, sollen barrierefrei und nachhaltig ausgestattet sein. Das Angebot mit drei unterschiedlichen Routen wendet sich an verschiedene Nutzer. Eine Linie richtet sich an Arbeitnehmer und Anwohner, denen diese Strecke als Alternative zum Bus angeboten werden soll, um den Straßenverkehr zu entlasten. Die zweite Linie wendet sich an Touristen, die von den verschiedenen Stopps die Sehenswürdigkeiten der Stadt und Badebuchten besuchen können. Und die dritte Linie ist für Kreuzfahrtpassagiere bestimmt, die von den Anlegestellen zu den verschiedenen Haltepunkten der Stadt transportiert werden sollen.

Das neue Verkehrsangebot im Detail

Insgesamt verspricht man sich von den Wasserbussen, dass sie als attraktives Beförderungsmittel den Straßenverkehr entlasten werden. Auch die Preise sind schon bekannt: Einzeltickets sollen 6 Euro kosten, Hin- und Rückfahrscheine 12 Euro. Einheimische werden einen Spezialtarif erhalten. Für Vielfachnutzer wird es ein Abo-System geben – 20 Tickets für 20 Euro, 100 Tickets für 50 Euro. Die Betriebszeiten werden von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends, an Wochenenden bis Mitternacht sein. Die Hafenbehörde rechnet mit einer überschaubaren Investition von 7,5 Millionen Euro, nämlich einer Million für den Bau der Infrastruktur, einer halben Million für Nachhaltigkeitsmaßnahmen und sechs Millionen für die Katamarane. Außerdem werden durch das Projekt 48 neue Arbeitsplätze entstehen. Das alles gefällt mir. Palmas Politiker und Unternehmer sollten öfters mal über die Grenzen schauen. Reisen bildet.

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