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Meinung | Insel(t)räume

Urlaubsflirts auf Mallorca: Die meisten enden am Flughafen – manche verändern ein ganzes Leben

Auf Mallorca gehören Sommerliebschaften fast so sehr zur Saison wie Strand und Sternenhimmel. Viele enden mit Tränen am Flughafen, manche mit einem Happy End

Mallorca ist die perfekte Kulisse für eine heiße Liebesromanze

Mallorca ist die perfekte Kulisse für eine heiße Liebesromanze / DPA

Ein lauer Abend am Meer. Wellenrauschen, Sternenfunkeln, ein Gefühl von Freiheit, wie man es nur aus dem Urlaub kennt. Dazu ein wenig Alkohol, ausgelassene Feierstimmung und diese eine Person …

Bald startet auf Mallorca die Sommersaison. Und bald gehen sie wieder los. Die Urlaubsflirts. Die Sommerliebschaften. Die Romanzen auf Zeit. Auch 2026 werden sich wieder Hunderte von Urlaubern und Urlauberinnen verlieben. Ineinander oder in Einheimische. In die heiße Kellnerin im Feierlokal, den charmanten Rezeptionisten in der Hotellobby, den sexy Rettungsschwimmer am Lieblingsstrand. Oder eben in Kevin, Simone oder Michael aus dem Nachbarzimmer.

Jede Menge Urlaubsflirts und gebrochene Herzen

Mallorca-Sommer, das ist jedes Jahr aufs Neue ein Summer of Love. Manchmal geht es vorrangig um den Austausch von Körperflüssigkeiten. Doch oft sind die Schmetterlinge im Bauch auch nicht weit her – wenn man sie irgendwo unbeschwert genießen kann, dann ja wohl nirgends besser als im Ausnahmezustand unter Palmen. Auf Mallorca, da darf man sich zu sowas hinreißen lassen, weit weg vom grauen Alltag und starren Routinen.

Und ja, immer wieder kommen auch Gefühle auf. Also richtige Gefühle. Oder solche, die man für ebendiese hält. Dann ist der Urlaubsflirt besonders intensiv, aber auch besonders bittersüß. Denn irgendwann, nach gar nicht allzu langer Zeit, ist er vorbei. Der Aufenthalt – und oft auch der Zauber.

Wie viele Urlauberinnen werden auch in diesem Jahr wieder tränenüberströmt im Shuttlebus zum Flughafen fahren, weg von ihrem Liebsten, der auf der Insel zurückbleibt? Wie viele Saisonkräfte werden in den kommenden Monaten mit schmerzenden Herzen auf der Insel ausharren – bis die nächste Sommerliebe anreist?

Aber manchmal gibt es auch ein Happyend

Ich kenne das alles. Oder besser gesagt: das meiste davon. Aus Erzählungen meines Bekanntenkreises auf der Insel, der größtenteils aus Beschäftigten in der Tourismusbranche besteht. Aber auch aus eigener Erfahrung. Was habe ich gesprüht vor Glück und geweint vor Unglück, damals, im Spätsommer 2013! Emotionen pur. Ja, auch bei mir war es der Klassiker: Ich die Touristin, er der Barkeeper. Dass all dies knapp zwei Jahre später zu meiner Auswanderung und noch viele weitere Jahre später zu zwei gemeinsamen Kindern führen sollte – damals eine unvorstellbare Zukunft, Lichtjahre entfernt.

Dass die Urlaubsbekanntschaft so ausgeht, ist die Ausnahme. Auch die Sommersaison 2026 wird wohl einige Verbindungen fürs Leben hervorbringen – vor allem aber auch ganz viele Geschichten, die auch ohne Happy End vollkommen sind. Die von ersten Küssen auf der Tanzfläche, romantischen Nächten am Strand, wilden Hormonen und verrückten Anekdoten leben. Aber auch von ihrer Kürze, ihrer Kompaktheit, ihrem unwiederbringlichen Ende am Flughafen. Für sie alle ist die Insel die perfekte Kulisse. Die Kulisse eines Sommernachtstraums, der irgendwann zu Ende geht, und doch noch lange nachwirkt. Durch Erinnerungen, die vielleicht verblassen mögen, aber nie ganz verschwinden.

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