Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Meinung

Konkurrenzkampf an der Playa de Palma: Wie sich Megapark und Bierkönig derzeit die Mitarbeiter abluchsen

Es ist so herrlich irre zugleich auch recht unterhaltsam, welcher Kampf sich da derzeit zwischen den beiden ewigen Kontrahenten Bierkönig und Megapark abspielt. Wir erzählen die Geschichte in der Form eines Märchens, damit sich der Wahnsinn vollständig erschließt

Fassade des Megapark am Ballermann

Fassade des Megapark am Ballermann / Ingo Wohlfeil

Es waren einst zwei Herrscher der Nacht, die sich seit Ewigkeiten um die Gunst des Volkes stritten. Allnächtlich verwandelten sie ihre Reiche in ein Paradies für ihre Untertanen. Genannt wurden die Herrscher der Oberkapellmeister und der Dirigent.  Der in die Jahre gekommene Oberkapellmeister verlor aber allmählich die gute Laune im Garten der Lüste. Alles hatte er erlebt, alles gesehen und alles gemacht. Doch jetzt konnte ihm keine Zerstreuung mehr Freude bereiten, keine Vergnügung wollte mehr sein Herz mit Liebe füllen, so sehr sein Volk auch feierte.

Und so grummelte sich der Oberkapellmeister durch sein zugiges Schloss am Meer und piesackte mit grimmiger Bitterkeit das fahrende Volk, dass in seinen Heiligen Hallen zu musizieren gedachte. Doch am liebsten quälte er seinen Diener. Immer wenn ein Barde nicht ganz den Ton traf oder dessen Kutsche eine Sekunde zu spät kam, gab es für den Burschen den größten Ärger. Ein Nichtsnutz sei er, zu doof um einen Krug Met zu tragen. Eines schlechtgelaunten Tages reichte es dem Diener. Er ging zum Schatzmeister, um sich seine letzten Silberlinge auszahlen zu verlassen und schritt für immer durch das festlich dekorierte Schloss hinaus in eine Freiheit. 

Nicht unweit des Schlosses stand die tempelartige Festung des größten Rivalen des Oberkapellmeisters. Als der Dirigent, wie er genannt wurde, am nächsten Morgen das Tor öffnete, schlüpfte kaum sichtbar eine kleine Figur durch den schmalen Spalt. Kurze Zeit sah man ihn mit versiegelten Dokumenten durch den Ballsaal des Dirigenten eilen. Wie sich bald herausstellte, war der Dienstbursche mehr als nur ein niederer Diener, sondern studierter Advokat; geschult im Bereiche der Pönologie, bewandert in der Kunst der Kabale, bewaffnet mit allen Zahlen und Notenschlüsseln seines letzten Herren. Er sollte dem Dirigenten noch sehr zu nutzen sein...

Fassade des Bierkönigs am Ballermann

Fassade des Bierkönigs am Ballermann / Ingo Wohlfeil

Der Magier und der Oberkapellmeister

Doch auch der Dirigent war ein Mensch voller Narben auf der Seele, erlangt in den unzähligen Schlachten gegen die eigene Familie und gegen seine Getreuen. Und so wird auch er verlassen, ausgerechnet von seinem neuesten Spielzeug. Einem Illusionisten und Zaubermeister, der sich um eine versprochene Belohnung für ein gigantisches Feuerwerk gebracht sieht. So ging der enttäuschte Magier noch am selben morgen zum Oberkapellmeister und schilderte ihm seine großen Pläne für mächtige Feuerkunst und Hexenwerk. Sogleich schöpfte der Oberkapellmeister neuen Mut und erfreute sich fortan der Taschenspielertricks des Magiers. Der glänze zudem auch mit außerordentlich unerhörtem Wissen über seinen alten Herren… 

Jetzt wusste der Kapellmeister alles über die Pläne des Dirigenten und der Dirigent alles über die Pläne den Oberkapellmeisters. Diese Ära der Wissenswanderung hinein in ein vollständiges Gleichgewicht der Kräfte bekam schon alsbald einen Namen. Man nannte sie das Ende der Geheimnisse. Oder eben das "Bäumchen wechsel dich" vom Ballermann.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents