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Meinung | Kommentar

Keine Trauer: Real Mallorca hat den Abstieg verdient

Des fehlende Gespür der Vereinsführung für europäische Fußballkultur haben den Verein in ein Unternehmen verwandelt, das mehr auf Spektakel als auf Substanz setzt, meint Ralf Petzold

Real Mallorca und ist nun Zweitligist.

Real Mallorca und ist nun Zweitligist. / DM

Als Real Mallorca 2017 in die dritte Liga abstieg, zerbrach für viele Mallorquiner eine Welt. Der damalige Präsident Monti Galmés trat unter Tränen zurück, weil er wusste, dass er einer der Schuldigen ist. „Ich bin selbst auch Fan und kann den Ärger verstehen“, sagte er damals zur MZ über den Frust der Anhänger. Neun Jahre später hat Andy Kohlberg das Sagen. Als Eigentümer und auch als Präsident.

Mal wieder ist Real Mallorca abgestiegen. Diesmal in die zweite Liga. Wirklich betroffen sieht der US-Amerikaner aber nicht aus. Mit einer Stimme, die an Emotionalität selbst vom Google-Navigationsgerät übertroffen wird, kündigte der Ex-Tennisprofi an, dass alles beim Alten bleibt.

Spiele vor halbleerem Stadion wie ein Finale zelebriert

Die Leidenschaft ist bei Real Mallorca flöten gegangen. Beiläufig ist das nicht passiert. Da steckt Kalkül der US-Amerikaner dahinter, aus einem europäischen Fußballverein ein Unternehmen nach US-Vorbild zu machen. Seit Jahren werden selbst Spiele unter der Woche vor einem halb vollen Stadion wie Champions-League-Finals zelebriert. Feuerwerk hier, halb nackte DJane dort. Für den einfachen Fan ist inmitten der sechs VIP-Zonen längst kein Platz mehr. Die Ticketpreise sind explodiert. Hamburger und Popcorn ersetzten die gute alte Bratwurst.

In den USA steht das Erlebnis eines Live-Spiels über dem Resultat. Das System mit Abstiegen existiert dort nicht. Das zeigt sich nun an Kohlbergs Reaktion: „Nächste Saison geht es halt weiter.“ Das Mitleid für den Verein hält sich daher in Grenzen. Es bleibt zu hoffen, dass Real Mallorca in der zweiten Liga wieder etwas bodenständiger wird.

Cuando el Real Mallorca descendió a Tercera División en 2017, para muchos mallorquines se vino abajo un mundo. El entonces presidente, Monti Galmés, dimitió entre lágrimas. Sabía que era uno de los culpables. “Yo también soy aficionado y puedo entender el enfado”, dijo. Nueve años después, quien manda es Andy Kohlberg. Como propietario y también como presidente. Una vez más, el Real Mallorca ha descendido. Esta vez a Segunda División (págs. 18/19). Pero el estadounidense no parece afectado. Con una voz cuya carga emocional queda superada incluso por la del navegador de Google, el extenista anunció que todo seguirá igual. La pasión se ha perdido en el club. Y no ha ocurrido por casualidad. Detrás hay un cálculo por parte de los estadounidenses: convertir un club de fútbol europeo en una empresa al estilo de EE.UU.. Desde hace años, incluso los partidos entre semana ante un estadio medio vacío se celebran como si fueran finales de la Champions. Fuegos artificiales por aquí, DJ semidesnuda por allá. Para el aficionado de a pie, entre las seis zonas VIP, hace tiempo que ya no queda sitio. Los precios de las entradas se han disparado. Hamburguesas y palomitas han sustituido a la salchicha. En EE.UU., la experiencia de asistir a un partido está por encima del resultado. Allí no existe el sistema de descensos. Eso se refleja en la reacción de Kohlberg: “La próxima temporada seguimos adelante”. Por eso, la compasión por el club tiene sus límites. Ojalá el Real Mallorca aproveche el descenso para volver a tener los pies en la tierra.

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