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Meinung | Mein Mallorandum

Bella Napoli — oder: Wenn ein Ballermann-Hit zur Real-Life-Reisedestination wird

Ein Song, vier Koffer und ein 40-Euro-Flug: Aus einem Mallorca-Sommerhit wurde ein spontaner Trip nach Neapel für MZ-Kolumnist Mirko Perković

Zitroneneis beim Spontantrip an die Amalfi-Küst

Zitroneneis beim Spontantrip an die Amalfi-Küst / Andrea Korsten

Dieser Song ist derzeit der Ohrwurm überhaupt. „Bella, bella Napoli“ — dreimal täglich, mindestens, dröhnt er aus den Bierbrunnen-Boxen in Cala Ratjada. „Meine Stadt liegt im Blau“ — und irgendwann dachten wir uns: Warum nicht?

Spontan im Flieger nach Neapel

Vier Koffer. Zwei Freundinnen. Ein Freund. WizzAir. Und vorher noch schnell durch den Primark im Fan Center. Zwischen Flip-Flops und Frotteehandtüchern hängen sie da. Ein Shirt mit „Naples“. Eines mit „Amalfi Coast“. „Ein Gefühl liegt im Wind“ — wir kommen. Der Hit? Wird nun zum Trip. Vier Tage Italien.

Der Flug? Hin- und zurück 40 Euro. Ab Palma. Der Flughafen Capodichino? Liegt mitten in der Stadt. Basilikum, Abgas, Gelato — alles ist zugleich riech- und erreichbar. „Denn mein Herz schlägt Azzurro.” Viele Roller. Viel Lärm. Viele Espressi für jeweils 1,20 Euro — manchmal sage ich „Gracias“ statt „Grazie“. Gewohnheit.

Bootstour zur Amalfi-Küste! Unten das Meer, das ja auch meine Insel umarmt. Nur hier türkiser. Herrlicher Hochzeits-Hotspot. Positano! Limoncello! Köstlich, kühl — Madonna. „Ein bisschen Glück liegt im Schatten des Vesuvs“ — und auch im Schatten dieser Steilküste. Mein Shirt trage ich vor Ort wie selbstverständlich. Sind ja Zitronen aufgedruckt.

Blick auf den Vesuv

Blick auf den Vesuv / Andrea Korsten

Mallorca: Man kennt jeden Stein. Neapel: beste Pizza des Lebens, Zebrastreifen, die keine Bedeutung haben — und Ampeln mit Countdown-Anzeige, was theoretisch für Ordnung sorgen soll, praktisch aber nicht läuft. Deshalb: losrasen. „Hab keine Angst vor den Nächten“ — erst mal einen Negroni.

Mallorca als der Nabel der Welt

Wie viele Mallorca-Auswanderer reisen jemals spontan woanders hin? Keine Ahnung. Vermutlich wenige. Man hat ja alles hier. Außer neapolitanischer Pizza.

Der Abend danach. Zu Hause. Fenster auf. Da, aus irgendeiner Gasse: „Bella, bella Napoli.” Ein Männerchor. Alle im Deutschlandtrikot. „Ein Blick von dir und ich weiß: Alles wird wieder gut.”

Wer durch einen fremden Wahnsinn taumelt und dann zurückkehrt. Zu sich selbst. Nach Hause. Der erkennt: „Hab’ dich gefunden.” In „Bella Blu“. Und das, Sie ahnen es, ist hier.

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