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Meinung | Fels in der Brandung

Neugier als Erfolgsfaktor: Ohne sie wachsen weder Unternehmen noch Einzelpersonen

Wer neugierig bleibt, lernt weiter, passt sich besser an Veränderungen an und fördert neue Ideen. MZ-Kolumnist Lutz Minkner plädiert für mehr Neugierde im Alltag

Wer neugierig bleibt, trainiert gleichzeitig sein Gehirn

Wer neugierig bleibt, trainiert gleichzeitig sein Gehirn / Chatgpt

Ich kann mich gut erinnern, dass ich als Kind meine großen Mitmenschen mit meinen vielen Fragen genervt habe. Die abwimmelnde Antwort „Sei nicht so neugierig“ trieb meinen unstillbaren Wissensdurst erst recht an, zumal Ablenkungsmanöver nicht recht fruchten wollten. Ja, gelegentlich wurde meine Neugier sogar mit Rügen, einmal sogar mit einer Ohrfeige gestraft, als ich als Siebenjähriger Tante Ilse fragte, warum sie denn so fürchterlich schiele. In meiner Schulzeit (68er-Abitur) sowie in meiner Studienzeit quälte ich Lehrer und Professoren mit vielen „Warums?“, und meine Neugier war sicher ein Grund, mich als Bundesvorsitzender der Deutschen Jugendpresse auch journalistisch zu betätigen. Und auch in meinen Tätigkeiten als Rechtsanwalt, Dozent, Fachbuchautor und Unternehmer wirkten kritische Fragestellungen stets als Lebenselixier. Weshalb ich darüber berichte? Nun, kürzlich fand im Caixa-Forum-Palma eine Konferenz statt, die von der CAEB (Dachverband der Wirtschaftsverbände der Balearen) und der Caixa-Bank organisiert worden war. Hauptreferentin war die Journalistin und Autorin Teresa Viejo, die mit ihrer These „Neugier ist die größte Stärke einer Führungskraft“ mir aus dem Herzen sprach.

Kontinuierliches Lernen ist ein strategischer Marktvorteil

Viejo erklärte den anwesenden Führungskräften, dass Neugier Innovation, Kreativität und die Anpassungsfähigkeit an sich ständig verändernde Rahmenbedingungen fördere. Recht hat sie, wenn sie sagt: „Neugier fördert eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und der Anpassung an Veränderungen. Ohne Neugier wachsen weder Unternehmen noch Einzelpersonen.“ Viejo rät den Unternehmen zu dem Modell der „neugierigen Führung“, das eine Kultur des kontinuierlichen Lernens fördere. Damit könne man flexibler auf Marktveränderungen reagieren und erlange strategische Vorteile im Unternehmen. Viejos Thesen finden auch in der Wissenschaft Widerhall. Das Goethe-Institut und die Regierung von Estland veranstalten seit einigen Jahren jeweils im Frühjahr eine Konferenz mit Workshops, die als „Ministerium für Neugier“ bezeichnet wird und andere Perspektiven in Architektur und Design, in der Musik, sowie in Bildern oder Sprachen zeigt und Neugier wecken will. Seien Sie neugierig!

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