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Meinung | Mein Mallorandum

Diebstahl durch Schultertrick: So entkommen Sie den Banden am Ballermann

Eine fremde Hand auf der Schulter, kurz darauf ein Ruck am Handgelenk: Auf der Schinkenstraße an der Playa de Palma versuchte ein Mann, MZ-Kolumnist Mirko Perković die Uhr abzureißen

Auf der Schinkenstraße im Herzen der Playa de Palma herrscht immer reges Treiben. Man sollte wachsam bleiben

Auf der Schinkenstraße im Herzen der Playa de Palma herrscht immer reges Treiben. Man sollte wachsam bleiben / B. Ramon

Trubel! Oberbayern! Megapark. Ich mittendrin: hütete die Tochter (2) meines besten Kumpels Jack Price, der als Musikarrangeur für einen gewissen Michael Wendler arbeitet, der wiederum an jenem Abend auftrat. Danach gab ich das Kind seinem Vater zurück und wollte „nur mal gucken“, was so auf der Schinkenstraße abgeht.

Plötzlich: eine fremde Hand an meiner Schulter. Ich wechselte die Straßenseite. Wieder, ein zweiter Mann, dieselbe Berührung – ein Ruck an meinem Handgelenk. Meine Uhr! Er wollte sie mir abreißen.

Nun muss man wissen: Ich bin Kampfkünstler, vierter Meistergrad, 1,88 Meter groß und war völlig nüchtern. Dennoch hat es mich erwischt. Genau das, was wir im Training predigen, die permanente Wahrnehmung der Umgebung, jenes wache Bei-sich-Sein, war gefragt. Ich glaubte: Ach, der ist bestimmt betrunken. Also blieb ich freundlich, als er seinen Small-Talk startete.

An der Playa de Palma sollte man wachsam bleiben

Die Berührung? Kein Zufall. Eher raffinierte Methode: Der erste Kontakt soll testen, ablenken, vorbereiten. Der zweite: Zugriff, Uhr vom Handgelenk abziehen. Ich bin bei der gewaltsamen Bewegung mit meinem Arm fließend mitgegangen – Reflex, Distanz, Kontrolle. Kein Gegendruck!

Ich machte noch eine unmissverständliche verbale Ansage; den Wortlaut behalte ich für mich. Letztlich: nichts passiert. Trotzdem: Minutenlang Adrenalin, mit klopfendem Herzen, während ringsum weitergefeiert wurde, als wäre nichts gewesen.

Es kann nun jeden treffen. Das ist die unangenehme Wahrheit. Selbstverteidigung beginnt so: Wer auffällige Personen früh registriert, wird seltener überrascht. Wer bei der ersten Berührung einen Schritt zurückmacht, leicht seitlich steht und die Hände auf Brusthöhe nimmt, der baut eine Barriere. Ein lautes „Stopp!“ mit Blickkontakt wirkt Wunder. Denn die Täter suchen sich leise Opfer. Und sie suchen die Kommunikativen, die Angeheiterten.

Also, nehmen Sie den Schultertrick besser nicht auf die leichte Schulter. Tragen Sie Ihre Wertsachen vorne am Bauch – und Ihren Kopf nicht unterm Arm. Und wenn es Sie doch treffen sollte: Niemals einem flüchtenden Dieb hinterher! Eine Uhr: ersetzbar. Sie nicht!

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