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Cremig, kräftig, mallorquinisch: Warum dieser Weißwein jetzt ins Glas gehört
Mit dem Capgiró zeigt die Bodega Can Majoral, welches Potenzial in Mallorcas Rebsorte Giró Ros steckt. MZ-Weinkolumnist Jürgen Mathäß über eine Familienkellerei, die aus Leidenschaft zum Weinbau entstanden ist

In der Bodega Can Majoral arbeiten alle aus Leidenschaft für den Weinbau. / Can Majoral
An heißen Tagen – also oft – neigen viele Weinfreunde eher zu leichteren Weinen als zu kräftigen, konzentrierten und alkoholreichen. Weißweine kommen dabei eher zum Zug als Rotweine. Weine auf Basis der inseltypischen Rebe Premsal Blanc oder von nicht zu reif geernteten Sauvignon Blanc-Trauben bilden dafür eine ganz gute Basis. Doch ebenso wie nicht nur an Grillabenden oder im gut temperierten Restaurant auch Rote ihren Platz haben, gibt es genügend Anlässe, zum etwas gehaltvolleren Weißen zu greifen. Die mallorquinische Sorte Giró Ros ist dafür wie geschaffen. Ihrer gelben, saftigen Frucht und ihrem schmelzigen Körper geben viele Bodegas mit etwas Holzeinfluss einen Rahmen. Und schon wird der zugewanderte Chardonnay überflüssig. Wie beim Capgiró der Bodega Can Majoral.

Der Wein Capgiro aus der einheimischen Rebsorte Giró Blanc. / Can Majoral
Würden wir die Bodegas auf Mallorca in vier Gruppen einteilen, so gäbe es noch einige wenige der alten Besitztümer, die mit Herrenhaus und langer Tradition ihre besondere Stellung auf der Insel gehalten haben. In die zweite Gruppe kämen ähnliche Besitztümer, die aber den Besitzer gewechselt und mit renoviertem Landsitz und neuen Weinbergen an den Markt gekommen sind. Eine dritte, recht große Gruppe wären ausländische Investoren, die mit wenigen Ausnahmen aus Vergnügen als wohlhabende Weinliebhaber begannen. Schließlich die Gruppe der Weingüter, die aus einem ländlichen Familienbesitz hervorgingen, in dem man Trauben angebaut und verkauft hat und vielleicht etwas Wein für sich und Freunde erzeugte.
Vom Hobbyprojekt zum vollwertigen Weingut
Can Majoral gehört zu dieser vierten Gruppe. Der Onkel von Mireia Oliver und Vater von Andreu Oliver hat im Jahr 1979 aus Spaß mit dem Weinbau begonnen und vergnügte sich recht lange mit seinen anfangs nicht sehr großen Mengen. Die allerdings wurden größer. Und man sah, dass der Weinbau auf der Insel wieder besser vorankam. Also entschied die Familie 1991, Wein zu verkaufen. Daraus wurde mit den Jahren ein veritables Weingut mit 22 Hektar Reben, die auf zwei verschiedenen Fincas wachsen.

Blick auf die Weinreben des Weinguts Can Majoral / Can Majoral
Can Majoral ist einer der ältesten Öko-Erzeuger Mallorcas. Sowohl im Weinberg als auch im Keller experimentieren die beiden Önologen gerne mit unterschiedlichen Rebsorten, Cuvées, Gär- und Lagerbehältern sowie Ausbautechniken. Viele der Weine sind mit sehenswerten Kunstetiketten ausgestattet.
Auch die abgefüllten Weine erhalten teilweise durch unterschiedliche Ausbautechniken eine ganz eigene Prägung. Beim Capgiró findet der größte Teil der Gärung im Stahltank statt; kleinere Anteile werden im Barrique, ein weiterer kleiner Teil mit den Beerenhäutern vergoren. Dann bleibt der Wein sechs Monate auf der Feinhefe liegen. Das Ergebnis ist ein cremig-feiner und charaktervoller Wein mit Aromen von gelben Früchten und grüner Birne, der einen kräftigen und runden Körper aufweist, ohne mollig zu wirken. Zu Pastagerichten, Geflügel oder Fischgerichten mit sahniger Sauce ist er ein wunderbarer Begleiter.
Informationen
Der Wein
2025 Capgiró, Flasche 15,80 Euro
Das Weingut
Can Majoral
Carreró des Campanar, Algaida
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