Meinung | KOMMENTAR
Heimatliebe kann auch im Einkaufswagen beginnen: Wo ist die regionale Quote in den Supermärkten auf Mallorca?
Landwirtschaftliche Erzeugnisse von der Insel suchen ihresgleichen. Trotzdem werden sie von vielen, gerade auch von Mallorquinern, links liegengelassen. Wie passt das zur Debatte um den Verlust der Heimat?

Viele leckere Produkte von der Insel auf einem Wochenmarkt. / Aurea Nature
Mallorquinische Tomaten und Aprikosen sind lecker, unter anderem weil sie einen kurzen Anfahrtsweg haben. Mallorquinischer Wein hat sich in den vergangenen Jahren zu Recht einen exzellenten Ruf erworben – und auch mallorquinischer Käse soll hervorragend sein. Das kann ich als käsophobe Person nicht beurteilen. Die Qualität der Inselprodukte ist hoch – und dass sie in Hotels und Restaurants auf der Insel angeboten werden sollten, steht außer Frage. Die verpflichtende Quote von drei Prozent ist verschwindend gering, aber sie ist ein Anfang.
Anders sieht es nämlich in den Supermärkten der Insel aus. Hier gibt es keine Prozentsätze, die erfüllt werden müssen. Und viele Insulaner ignorieren bei ihren Wocheneinkäufen nahezu gänzlich Wein oder Früchte von der Insel. Weil die Produkte teurer sind, aber auch weil das Bewusstsein und die Bereitschaft nicht da sind, mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Und das passt letztlich nicht zusammen mit der Debatte um Identität und Heimat auf Mallorca.
Da wird bei den Demonstrationen die mallorquinische Flagge hochgehalten, dafür spiegelt sich die Liebe zu Mallorca im Einkaufswagen aber nicht unbedingt wider. Bei zahlreichen ausländischen Residenten dagegen schon. Dazu passt eine Aussage des Ziegenbauern Joan Gaià gegenüber der MZ: „Ich habe deutsche Kunden, die mit dem Mercedes zu mir kommen und meinen Käse kaufen und lieben. Es gibt auch Mallorquiner, die einen Mercedes fahren, aber von denen habe ich noch keinen bei mir gesehen.“
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