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Meinung | Der ganz normale Wahnsinn

Von Mia Julia bis Ikke Hüftgold: So heftig streiten die Ballermann-Stars zurzeit

Streit um Influencer, Trash-TV-Stars und die richtige Ballermann-Gesinnung: Mallorcas Partyszene beschäftigt sich derzeit vor allem mit sich selbst, wie MZ-Kolumnist Ingo Wohlfeil erzählt

Feiern mit Ikke Hüftgold (li.) - das Opening der "Stürmer-Arena" am Ballermann.

Feiern mit Ikke Hüftgold (li.) - das Opening der "Stürmer-Arena" am Ballermann. / Daniel Jacob

Der Ballermann macht derzeit das, was er am besten kann. Er beschäftigt sich mit sich selbst. Gebadet wird in einer Suppe aus Stress, Neid und viel aufgestauter oder frischer Wut. Das ist nicht unüblich zu dieser Jahreszeit. Die Saison ist weit fortgeschritten, es ist heiß und voll. Die Nerven liegen blank. Da gibt es schnell mal einen Satz hinter die Löffel, wenn der unbedarfte Urlauber es wagt, einem Türsteher zu widersprechen. Es gehen aber auch gerne mal Unterhaltungskünstler auf TV-Reality-Sternchen los, denen die Zugehörigkeit zur Ballermann-Community abgesprochen wird.

No-Go-Area für Vernunftbegabte

Da ist zum Beispiel Sänger Tim Toupet (der mit der Zwiebel auf dem Kopf), der sich an TV-Sternchen Edith Stehfest („Sommerhaus der Stars“) abarbeitete. Ihr Vergehen: Sie machte Urlaub am Ballermann, obwohl sie vor Jahren im Fernsehen dieses Fleckchen Erde als "No-Go-Area für Vernunftbegabte" bezeichnete. Unterstützung holte sich Toupet bei einem gewissen Aleks Petkovic, passionierter Trash-TV-Toxiker und Neu-Mallorquiner, der derzeit versucht mit der Neugründung eines Fußballvereins zu punkten (CF Germania Mallorca). Kaum war der Geifer getrocknet, redete sich Ballermann- und Porno-Königin Mia Julia in Rage. Für sie sind derzeit zu viele Youtuber und Instagrammer unterwegs, die nur Besoffene – ihre Fans – bloßstellen wollen, um mehr Reichweite zu generieren. Außerdem ist sie genervt von den Leuten, die den Ballermann nicht leben und bis in den Tod lieben, sondern nur auf die schnelle Bühnen-Kohle aus sind. Als die Gegendkönigin Isi Glück widersprach, gab es ordentlich Kasalla vom Pornostar. Lüge, Niedertracht, Mobbing waren die Vorwürfe gegen die Konkurrentin. Die Partyszene spaltete sich sofort in zwei Lager, die sich stellvertretend mit allerlei Mundstuhl bewarfen.

Warten auf die Säuberung

Weitere unangenehme Entgleisungen gelangen dem stets um Aufmerksamkeit bemühten Gesangsdarsteller Ikke Hüftgold. Erst schlug er aus PR-Gründen den Sänger Schürze auf der Bierkönig-Bühne nieder, dann attackierte er einen seiner zahlreichen Lieblingsfeinde. Megapark-Sänger Almklausi („Mama Laudaaa“) machte den Fehler, einen echten Roboter auf die Bühne zu bitten, der letzte Woche zu PR-Zwecken an der Playa vorgestellt wurde. Hüftgold frohlockte, dass endlich eine Säuberungsaktion begonnen hätte. Was er wohl meinte: Ihm unliebsame Künstler sollten durch Maschinen ersetzt werden. Wie verlogen von jemandem, der Laura Müller klonte, die Ehefrau von Michael Wendler, um sie fortan als seine eigene Freundin „Nina Reh“ mit zweifelhaftem Liedgut auf die Partymeute loszulassen.

Frag den König!

Endgültig vergangen scheinen die Zeiten, als sich noch die Ballermann-Fachkräfte wie Mickie Krause („zehn nackte Frisösen“) und Jürgen Drews („ein Bett im Kornfeld“) ritterliche Verbalduelle auf der Bühne lieferten, stets geprägt von respektvoller Frotzelei. Das führte sogar dazu, dass Drews nach der Abdankung als König von Mallorca Krause als seinen Thronfolger salbte. Anruf beim amtierenden Regenten Mickie Krause. Wolle er mit seiner staatsmännischen Autorität nicht endlich ein Machtwort sprechen? Doch er sagt nur vier Worte: „Lang lebe der König.“ Mögen sich die anderen doch die Köpfe einschlagen.

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