366 Knöllchen am Tag: Wofür auf Mallorca die meisten Strafzettel vergeben werden

Trotz vieler Urlauber ist die Zahl der Strafzettel auf den Balearen gesunken

Dieses Jahr wurden bisher weniger Knöllchen vergeben als im Vorjahr.

Dieses Jahr wurden bisher weniger Knöllchen vergeben als im Vorjahr. / Manu Mielniezuk

F. Guijarro

366 Strafzettel am Tag oder auch 15 pro Stunde: So viele Knöllchen hat die balearische Verkehrsbehörde in diesem Jahr auf den Inseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera verteilt. Die Behörde hat eine vorläufige Bilanz des ersten Halbjahres 2022 veröffentlicht. Demnach gab es in den sechs Monaten 66.654 Anzeigen wegen Fehlverhaltens am Steuer. Das mag eine hohe Zahl sein, doch sind es elf Prozent weniger Knöllchen als im gleichen Zeitraum des Jahres 2021 – und das, obwohl die Insel viel voller ist als im Corona-Vorjahr. Dieser Rückgang ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Anzahl der Strafzettel für die Benutzung eines Handys am Steuer und für das Fahren mit abgelaufener ITV (der spanische TÜV - Anm. d. Red.) gesunken sind.

Die meisten Strafzettel gab es wie schon in den Jahren zuvor wegen Rasens. Mehr als die Hälfte der Strafen, insgesamt 42.191, wurden wegen Fahrens mit überhöhter Geschwindigkeit ausgeteilt. Die Anzahl der Knöllchen stieg in diesem Fall im Vergleich zum Vorjahr, außerdem gab es eine Verschiebung in der Art, wie die Raser erwischt wurden. Ein Viertel der Strafzettel kam von mobilen Radarfallen. Früher hatten diese nur einen viel kleineren Anteil ausgemacht. Die restlichen Raser wurden von den fest installierten Radarfallen erwischt.

Fast doppelt so viele Menschen betrunken am Steuer

Mit 9.947 Strafzetteln nimmt das Fahren mit abgelaufener ITV den zweiten Platz ein. Allerdings waren es 28 Prozent weniger Verkehrssünder als noch im Vorjahr. Der dritte Platz hat sich unterdessen im Vergleich verändert: Lagen 2021 noch die Fahrer mit Handy in der Hand auf Platz drei, sind es 2022 die Menschen, die ohne Pflichtversicherung Auto fahren. Das Handy am Steuer zu benutzen wird seit diesem Jahr hart bestraft. Abgesehen von 200 Euro Strafe verlieren die Verkehrssünder sechs Punkte. Und anscheinend zeigt diese drakonische Strafe auch eine Wirkung. 2021 gab es im ersten Halbjahr noch 2.086 Knöllchen wegen Handys am Steuer, 2022 waren es im selben Zeitraum 747.

Für viele Strafzettel sorgten neben den Top 3 auch das Fahren ohne gültigen Führerschein oder ohne Gurt. Die Zahl der Menschen, die betrunken am Steuer erwischt wurden, hat sich beinahe verdoppelt und lag 2022 bei 950. Unter dem Einfluss anderer Drogen wurden dagegen nur 169 Menschen erwischt. /mwp

Abonnieren, um zu lesen