Dürfen Radsportler auf Mallorca bald nur noch zu bestimmten Zeiten unterwegs sein?

Der Vorsitzende der Vereinigung der Transportunternehmen auf der Insel, Rafael Roig, bringt einen neuen Vorschlag ins Gespräch

Neue Regeln für Radurlauber auf Mallorca?

Neue Regeln für Radurlauber auf Mallorca? / Nele Bendgens

Die Debatte um den Massentourismus auf Mallorca und seine Folgen dringt in andere Bereiche vor. So schlägt nun der Vorsitzende der Vereinigung der Transportunternehmen auf der Insel vor, aus Sicherheitsgründen zeitliche Beschränkungen für Radsportler auf beliebten Strecken einzuführen. Rafael Roig, der selbst ein Busunternehmen leitet, sprach sich dafür aus, dass Radsportler vor allem auf der Tramuntana-Panoramastrecke Ma-10 bestimmte Zeitfenster zugeteilt bekommen, in denen sie die Straße benutzen dürfen.

"Wir müssen das auf irgendeine Weise regeln und Nutzungszeiten definieren, damit alle Verkehrsteilnehmer friedlich zusammenleben können und wir einen flüssigen und sicheren Verkehrsfluss in der Serra de Tramuntana garantieren können", sagte Roig. Diese zeitlichen Beschränkungen seien vor allem zwischen Februar und Mai wichtig, so Roig.

Gefährliche Situationen auf den Serpentinenstrecken

In diesen Monaten kommen jede Woche Tausende Radurlauber auf die Insel, um in dem milden Klima und auf den gut ausgebauten Straßen ihre Touren zu fahren. Ganz genaue Zahlen gibt es nicht, es wird aber davon ausgegangen, dass zwischen 100.000 und 200.000 Radurlauber pro Jahr nach Mallorca reisen.

Das führt vor allem auf den beliebten Serpentinenstrecken in der Serra de Tramuntana häufig zu gefährlichen Situationen. Busse können Gruppen von Radurlaubern nicht überholen, teilweise fahren Radsportler rechts an den Fahrzeugen vorbei oder überholen mitten in der Kurve Busse - alles bereits von der MZ-Redaktion selbst miterlebt. "Wir müssen eine Regelung zum Wohl aller finden", fordert Roig.

Vorbild Sa Calobra

Deshalb spricht sich Roig dafür aus, ähnliche Regelungen wie etwa für die Busse auf der Strecke nach Sa Calobra anzuwenden. Dort dürfen Busse nie gleichzeitig hinauf- und hinunterfahren.

Es gibt ein Zeitfenster für die Abfahrt und eines für die Auffahrt, so dass sich die großen Fahrzeuge nicht unterwegs begegnen. Nach diesem Vorbild stellt sich Roig die Regelung auch für die Radsportler vor. Darüber wie das in der Praxis umgesetzt werden soll, sprach Roig noch nicht.