Parken auf Mallorca: Palma plant riesige Parkplatzoffensive
Bürgermeister Jaime Martínez will noch bis zum Ende der Legislaturperiode 13 neue Parkflächen und Tiefgaragen bauen. Das Problem der verstopften Innenstadt dürfte er auf diese Weise kaum in den Griff bekommen

Es soll wieder einfacher werden, in Palma einen Parkplatz zu finden. / Foto: DM
Andere europäische Großstädte versuchen, mit unterschiedlichen Maßnahmen Autos aus dem Zentrum zu verbannen, auf Mallorca passiert genau das Gegenteil: Bürgermeister Jaime Martínez hat am Dienstag (23.7.) Pläne vorgestellt, nach denen über die aktuelle Legislaturperiode hinaus mehr als 8.000 neue Autostellplätze in der Innenstadt von Palma entstehen sollen. 26 Parkflächen und Tiefgaragen sollen gebaut werden, in einigen Fällen handelt es sich um Erweiterungen bereits bestehender Parkmöglichkeiten. Die dafür nötigen Investitionen schätzt Martínez auf 240 Millionen Euro. Die meisten der neuen Parkplätze, rund 5.000, sollen Anwohnern zugutekommen.
4.400 Stellplätze in dieser Legislaturperiode geplant
Allein bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode 2027 sollen 13 Parkplätze gebaut werden mit 4.400 Stellplätzen - und das für 116 Millionen Euro. Die Parkplätze werden dabei unterschiedlich verwaltet. Eine Konzession will die Stadt für die Parkflächen Plaza Mediterráneo, Medico José Darder, Plaça Progrés und Carrer Tramuntana vergeben. Insgesamt stehen dort 1.300 bis 1.400 Stellplätze zur Verfügung.
Direkt von der Stadt verwaltet werden die Parkplätze s'Aigo Dolça, die Erweiterung von Eusebio Estada, die Erweiterung von Vía Roma und den Parkplatz von ses Meravelles.

So soll die Tiefgarage unter dem Schwimmbad s'Aigua Dolça aussehen. / DM
Weitere fünf Parkplätze sollen Bewohnern zur Verfügung gestellt werden: Pau Casals, Plaça de Toros, Sagrat Cor, Plaça Barcelona und Martí Borneo. Wann genau der Parkraum fertig sein wird, ist noch unklar. Martínez sprach nur etwas nebulös davon, dass "einige Parkplätze in dieser Legislaturperiode fertiggestellt sein werden".
Ein Teil sind Absichtserklärungen
Wie eine Sprecherin der Stadt der MZ mitteilt, liegt der Fokus auf den Parkplätzen, die noch in dieser Legislaturperiode geplant sind. Die anderen seien Absichtserklärungen. Man habe kritische Gegenden in der Stadt identifiziert, an denen Parkraum fehle und plane dort mehr Stellplätze. Sollte Jaime Martínez allerdings 2027 abgewählt werden und ein Regierungswechsel anstehen, könnten die Pläne wieder einkassiert werden.
Die neuen Parkflächen seien nötig, so Martínez, weil unter acht Jahren der Linksregierung "kein einziger Stellplatz gebaut wurde". Dafür seien 1.500 Parkplätze am Paseo Marítimo und im Carrer Nuredduna weggefallen. Die Straße wurde zur Fußgängerzone umgebaut. Weitere 1.500 Stellplätze seien in den ORA-Zonen geopfert worden, weil die Gehsteige erweitert oder Radwege gebaut worden seien, kritisierte Martínez.
Kopenhagen und Oslo werden autofrei, Palma erstickt im Verkehr
Ob das Verkehrsproblem in Palma mit neuen Parkplätzen in den Griff zu bekommen ist, darf zumindest bezweifelt werden. Andere Großstädte arbeiten daran, die Innenstadt für den Individualverkehr möglichst unattraktiv zu machen, um verstopfte Straßen zu verhindern und die Belastung durch Luftverschmutzung zu senken.
Die norwegische Hauptstadt Oslo beispielsweise hat inzwischen nahezu alle Parkplätze im Zentrum abgeschafft. Auch das Zentrum der dänischen Hauptstadt Kopenhagen gilt als autofrei.
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