Angekündigter Zug nach Llucmajor: Der Traum stirbt nie
Die Eisenbahnverbindung zwischen der Hauptstadt und dem Dorf im Süden bestand zwischen 1917 und 1964. Seither träumen Politiker davon, die Strecke zu reaktivieren. So auch Marga Prohens

Archivbild: Ein Zug fährt über die Brücke Pont de ses Set Boques zwischen Palma und Llucmajor. / DM
Es war der Aspekt der Rede zur Lage der Balearen, der am meisten Aufmerksamkeit bekam: Marga Prohens hat am Dienstag (1.10.) im Balearen-Parlament angekündigt, noch im Laufe des Monats ein Projekt zum Bau einer Zuglinie nach Llucmajor in die Wege zu leiten.
Von Palma soll diese unter anderem über Stadtviertel wie Pere Garau, das Krankenhaus Son Llàtzer, den Flughafen bis in den bei deutschen Residenten beliebten Ort führen. Rund 7,5 Millionen Passagiere sollen jährlich in den Zug einsteigen, so die konservative Politikerin. Laut dem Mobilitätsministerium ist man in den letzten Zügen, die Streckenführung mit den Rathäusern von Palma und Llucmajor abzusprechen. Danach würden die Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt. Andere Zugstrecken, etwa die Verlängerung des Sa-Pobla-Zugs nach Alcúdia und die Verlängerung der Manacor-Strecke bis nach Artà und Capdepera, würden zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Immer wieder Pläne für Züge
Mit der Ankündigung führt Prohens eine etablierte Tradition ihrer Vorgänger fort. Denn Pläne zum Bau von Zugstrecken gehören zum Standart-Repertoire eines jeden guten Regierungschefs auf der Insel. Genauso, wie es zum guten Ton gehört, alle Pläne des politischen Gegners einzustampfen, sobald man selbst an die Macht kommt. Die PP hatte dies vergangenes Jahr mit den Plänen für eine Straßenbahn gemacht, die von der vorherigen Linksregierung vom Zentrum von Palma zum Flughafen vorgeschlagen wurde. Die 185 Millionen Euro, die die Zentralregierung für den Bau bereitgestellt hatte, gingen flöten.

Nun also ein Zug nach Llucmajor. Im vergangenen Jahrhundert bestand die Verbindung bereits zwischen 1917 und 1964, führte damals von Llucmajor aus weiter über Campos bis nach Ses Salines. Eingestellt wurde die Strecke – genau wie alle anderen Bahnverbindungen auf der Insel – mit der zunehmenden Verfügbarkeit der Autos. Mehrere Jahrzehnte gab es keine Züge mehr auf Mallorca, bis der erste Linkspakt zwischen 1999 und 2003 die jetzt bestehenden Verbindungen in die Wege leitete.
Die eindrucksvolle Brücke
Einige Teile der Strecke nach Llucmajor sind heute noch zu sehen, etwa die eindrucksvolle Eisenbahnbrücke Pont de ses Set Boques über dem Sturzbach Son Verí, gelegen in der Nähe des Wasserparks Aqualand, wie auch eine Brücke, die sich nur wenige Meter von der Playa de Palma über den Torrent dels Jueus erhebt. Ob der neue Zug diese historische Strecke wieder nutzen würde, ist unklar. Genauso, ob die Strecke, die den Verkehr auf der Flughafenautobahn entlasten soll, jemals das Licht der Welt erblickt.

Der Pont de Ses Set Boques in der Gemeinde Llucmajor. / MAJORNOU
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