Haltestellen, Fahrzeiten, Tunnel: So soll künftig der Zug von Palma nach Llucmajor fahren
Das Projekt soll nach dem Willen der regierenden Volkspartei im Oktober öffentlich ausgeschrieben und bis 2032 fertiggestellt werden

So könnte der Zug künftig fahren. / CAIB
Nach der überraschenden Ankündigung einer neuen Eisenbahnlinie auf Mallorca zwischen Palma und Llucmajor zu Wochenbeginn hat die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens am Donnerstag (3.10.) Details zum Projekt vorgestellt. Demnach soll es rund 690 Millionen Euro kosten - Züge inbegriffen - und bis zum Jahr 2032 fertiggestellt werden.
Der Zeitplan sieht vor, dass die Pläne noch in diesem Monat öffentlich ausgelegt werden, die Planung dann kommendes Jahr ausgeschrieben wird und die Bauarbeiten 2028 beginnen. Auch wenn die zeitlichen Vorgaben gesetzlich verankert seien, werde man alles Mögliche tun, um das Projekt zu beschleunigen, so die Politikerin der konservativen Volkspartei (PP).
Die Haltestellen
Die neue Trasse sieht neun Haltestellen vor. Von Son Costa-Son Forteza - aktuelle Haltestelle von Zug und Metro, zwei Haltestellen vom Zentralbahnhof entfernt - geht es über Son Gotleu, Germans Escalas, das Krankenhaus Son Llàtzer, Coll d'en Rabassa, den Flughafen, das Gewerbegebiet Son Oms, Es Pil·larí, Ses Cadenes und Son Noguera zur Endstation in Llucmajor.

Geplanter Streckenverlauf. / CAIB
Die Fahrzeiten
Die Fahrzeit soll 28 Minuten betragen, wobei Fahrgäste in 11 Minuten von Palma zum Flughafen gelangen sollen, in 17 Minuten von Llucmajor zum Flughafen, in sechs Minuten von Palma zum Krankenhaus Son Llàtzer.

Marga Prohens / CAIB
Die PP hat bislang vor allem eine autofreundliche Politik gemacht, in früheren Legislaturperioden, aber auch seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode 2023. Nun kündigte Prohens an, dass man Alternativen zum Privat-Pkw schaffen und wieder auf den Schienenverkehr setzen wolle. Mit einem geschätzten Passagieraufkommen von rund 7,5 Millionen im Jahr ließe sich die Zahl der derzeitigen Fahrgäste von Zug und Metro auf Mallorca um 76 Prozent steigern.
Ober- und unterirdisch
Das bestehende Schienennetz von 86,4 Kilometern wächst laut den Plänen um knapp 28 Kilometer. Davon sollen 7,3 unterirdisch verlaufen und 20,15 oberirdisch. Das Projekt sieht einen ersten unterirdischen Abschnitt von 2,3 Kilometern Länge zwischen Son Costa und Son Güells vor, dann folgen fünf Kilometer oberirdisch. Noch mal unter die Erde geht es dann zwischen Mercapalma und Gewerbegebiet Son Oms einschließlich des Flughafens.
Mit dem Zug nach Andratx?
In einer Pressemitteilung ist sogar von einem möglichen weiteren Ausbau des Schienennetzes die Rede. So sei die Haltestelle Son Costa-Son Forteza als Ausgangspunkt gewählt worden, weil von hier aus künftig Metro-Linien in den Westen der Stadt und eine Eisenbahnlinie nach Calvià und Andratx starten könnte. Geprüft würden auch die Linien Sa Pobla-Alcúdia und Manacor-Artà. Die Wiederbelebung dieser Strecke hatte vor 15 Jahren die linke Vorgängerregierung geplant, war aber von der Wirtschaftskrise und vom Regierungswechsel ausgebremst worden.
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