Urlauber mit deutschem Autokennzeichen werden zur Kasse gebeten: Mallorca will eine neue Steuer einführen
Betroffen wären Fahrzeuge, die nicht auf der Insel zugelassen worden sind. Die Balearen-Regierung plant auch eine Anhebung der Touristensteuer und will inselweit neue Ferienvermietungen in Mehrfamilienhäusern verbieten

Auf Mallorca sieht man häufig Autos mit deutschem Kennzeichen.
Die konservative Balearen-Regierung hat am Freitag (7.3.) eine neue Steuer für Fahrzeughalter vorgestellt, deren Gefährt nicht auf einer der Inseln gemeldet ist. Davon betroffen wären neben Urlaubern mit beispielsweise deutschem Autokennzeichen auch Zweithausbesitzer, die ihr Auto nicht ummelden, und Mietwagen-Firmen. Die geplante Abgabe soll sowohl dem von diesen Fahrzeugen verursachten Schadstoffausstoß als auch ihrem Beitrag zum hohen Verkehrsaufkommen Rechnung tragen.
Allerdings handelt es sich, wie Regierungssprecher Antoni Costa Costa gleich mehrfach betonte, bislang nur um einen Vorschlag, der nun mit allen Parteien besprochen wird. Sollte er zum Gesetzesentwurf reifen, bräuchte die konservative Minderheitsregierung noch die Unterstützung der rechtsextremen Vox-Partei oder der Linksopposition im Balearen-Parlament.
Was die Autosteuer auf Mallorca kosten soll
Die Höhe der Steuer ist dabei von der Dauer des Aufenthalts und dem Schadstoffausstoß abhängig. Die Abgabe soll zwischen 35 und 150 Euro betragen, sagte Regierungssprecher Antoni Costa bei einer Pressekonferenz am Freitag. Die Fährunternehmen sollen das Geld von den Fahrzeughaltern einkassieren.
Für das reine Befahren der Insel mit dem eigenen Gefährt soll ein Fixbetrag in Höhe von 30 bis 70 Euro entrichtet werden. Hinzu kommen weitere Kosten je nach Dauer des Aufenthalts:

Das soll die neue Autosteuer auf Mallorca kosten. / Caib
Generell muss ein Auto umgemeldet werden, wenn es länger als ein halbes Jahr im fremden Land unterwegs ist. Sprich Zweithausbesitzer müssten beim längeren Inselaufenthalt das deutsche gegen ein spanisches Kennzeichen eintauschen.
Steuereinnahmen könnten einen Zug zum Flughafen finanzieren
Die Regierung schätzt, dass 100.000 Autos auf Mallorca und den Nachbarinseln unterwegs sind, die nicht auf den Balearen zugelassen sind. Darunter fallen große Teile der Mietwagen-Flotten. Die Fahrzeuge werden in anderen Regionen angemeldet, weil es dort günstiger ist.
Die Steuereinnahmen will die Balearen-Regierung in öffentliche Verkehrsmittel investieren - unter anderem plant sie der eine Zugstrecke von Palma nach Llucmajor über den Flughafen Mallorca. Die neue Steuer muss aber erst vom Parlament verabschiedet werden. Die regierende konservative Volkspartei (PP) verfügt dort nicht über eine eigene Mehrheit und ist daher von der Unterstützung der rechtsextremen Vox-Partei oder aber der Linksparteien in der Opposition abhängig. Ob und wann die Steuer eingeführt, steht somit noch nicht fest.
Neben dem Vorschlag will die Balearen-Regierung zudem die Touristensteuer schrittweise anheben und neue Ferienvermietung in Mehrfamilienhäusern inselweit verbieten. Bereits erteilte Lizenzen sollen nach Ablauf nur unter Auflagen verlängert werden.
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