Ein Zug bis ans Meer: In Zukunft soll man von Palma bis zum Fährhafen von Alcúdia fahren können
Die balearische Ministerpräsidentin hat das millionenschwere Projekt vorgestellt. Bis zur Fertigstellung dürfte es aber noch dauern

So könnte der Zug von Sa Pobla nach Alcúdia einmal aussehen / SFM
„Der Zug erreicht das Meer“. Unter diesem Slogan hat die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens am Mittwoch (28.5.) im Fährhafen von Port d’Alcúdia ein neues Bahnprojekt vorgestellt. Den Plänen zufolge soll eine neue Zugverbindung von Sa Pobla bis zum nördlichen Fährterminal der Insel entstehen. In Sa Pobla, das bereits durch das bestehende Streckennetz mit Palma verbunden ist, soll ein neuer Bahnhof entstehen. Zum ersten Mal werden so die beiden wichtigsten Buchten Mallorcas - die Bucht von Palma im Süden und die von Alcúdia im Norden - durch eine Bahnlinie verbunden.
Zug-Straßenbahn-Kombination
Die neue Strecke wird insgesamt 17,1 Kilometer lang sein, davon verlaufen den Plänen zufolge fünf Kilometer durch einen Tunnel, der durch die Berge Puigs de Son Fe und Sant Martí gebohrt wird – eine Variante, die das Naturschutzgebiet s’Albufera nicht beeinträchtigt und weniger Enteignungen erfordert als das frühere Projekt, das über das Gelände von Son Fe führen sollte und erheblichen öffentlichen Widerstand ausgelöst hatte.
Die neue Trasse „verkürzt die Strecke“ im Vergleich zu früheren Ideen. Insgesamt verlaufen 12,1 Kilometer oberirdisch, davon 7,6 Kilometer als Zugstrecke und 4,5 Kilometer – bereits in Alcúdia – im Straßenbahnmodus. „Durch die Zug-Straßenbahn-Kombination wird eine bessere Integration in das städtische Gefüge und die dichter besiedelten Gebiete ermöglicht, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern, was das Zusammenleben mit Fußgängern, Fahrzeugen und Fahrrädern erleichtert und sich an die Besonderheiten und Bedürfnisse der Umgebung anpasst“, erklärte die Ministerpräsidentin. Prohens stellte jedoch auch klar, dass all dies Zeit benötige: Die Strecke von sa Pobla bis Port d'Alcúdia soll frühestens im Jahr 2031 fertiggestellt sein.
Neuer Bahnhof in Sa Pobla
In Sa Pobla soll ein neuer Bahnhof entstehen, der weiterhin außerhalb der Umgehungsstraße, aber "näher am Ortskern" liegen und an den ein Park-and-Ride-Platz angrenzen soll. Bis zur Fährstation von Alcúdia soll es von da aus fünf Haltestellen und vier weitere neue Parkplätze geben. Die erste Haltestelle der Tram wird an der Avinguda Tucà in Port d'Alcúdia liegen und geradeaus weiter bis zur zweiten Haltestelle am Strand von Port d'Alcúdia führen. Danach biegt die Strecke in Richtung des städtischen Sportzentrums ab, wo ebenfalls ein Bahnsteig eingerichtet wird. Die Strecke führt weiter zu einem neuen Bahnhof mit dem Namen „Alcúdia“, der über eine neue Fußgängerzone mit der Altstadt verbunden wird, und endet direkt vor dem Fährterminal. Die Fahrtzeit vom neuen Bahnhof in Sa Pobla bis zur Endhaltestelle am Meer soll 24 Minuten betragen. Von Palma bis Alcúdia soll die Fahrt etwa 60 Minuten dauern.

So soll die neue Zug-Straßenbahnstrecke einmal verlaufen / SFM
Das Budget für das Vorhaben liegt bei 225,5 Millionen Euro, von denen der Großteil (212,5 Millionen Euro) für die Bauarbeiten und der Rest für die noch zu erstellenden Planungen vorgesehen ist. Diese Summen „werden in den kommenden Jahren, insbesondere ab 2028, dem geplanten Baubeginn, in den Haushaltsplänen berücksichtigt“, so die Regierung.
Große Nachfrage erwartet
Die Balearen-Regierung schätzt, dass der neue Bahnservice, der mit dem Fährverkehr nach Menorca koordiniert werden soll und Anschluss an das Überlandbusnetz TIB bietet, eine jährliche Nachfrage von 2,1 Millionen Fahrgästen haben wird. In diesem Zusammenhang rechnet die Regierung damit, dass sich durch die zusätzlichen 10,6 Millionen Passagiere, die künftig auch mit dem Zug nach Llucmajor fahren könnten, die Gesamtnachfrage im Bahnverkehr auf Mallorca um 96 Prozent gegenüber den aktuell von der Bahngesellschaft SFM gezählten 11 Millionen Fahrgästen erhöhen wird. Zudem wird das Bahnnetz der Insel um 47,1 Kilometer erweitert – ein Zuwachs von 55 Prozent gegenüber den derzeit bestehenden 86,4 Kilometern. /somo
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