Vorsicht Autofahrer: Palma verhängt nun doch bereits ab 1. Juli Strafen in der Umweltzone
Grund ist ein Dekret, das die Zentralregierung in Madrid vorbereitet und das Palma unter Druck setzt

Palma beginnt am 1. Juli mit der Sanktionierung in der Umweltzone. / Robert Ramos
Schon wieder eine Rolle rückwärts bei der Umweltzone auf Mallorca: Die Stadtverwaltung von Palma wird nun doch bereits ab Dienstag (1.7.) Bußgelder für Verstöße in der im Januar in Kraft getretenen Umweltzone (Zona de Bajas Emisiones, ZBE) verhängen. Das Mobilitätsdezernat der Stadt hat damit seine ursprünglichen Pläne aufgegeben, das Sanktionsregime für das gesamte Jahr 2025 auszusetzen. Grund dafür dürfte vor allem Druck von der Zentralregierung in Madrid gewesen sein.
Somit drohen Autofahrern ab Anfang Juli nun Geldbußen in Höhe von 200 Euro, wenn sie mit Fahrzeugen ohne die entsprechenden Umweltplaketten in den Bereich der Altstadt zwischen den Avenidas und dem Paseo Marítimo einfahren. Betroffen sind Benzin-Pkw und -Transporter, die vor Januar 2001 zugelassen wurden, sowie Diesel-Fahrzeuge mit Erstzulassung vor Januar 2006.
Wie es zu dem Sinneswandel kam
Mit der jetzigen Änderung wird ein Antrag der rechtsextremen Partei Vox, der mit Unterstützung der konservativen Volkspartei (PP) im Stadtrat verabschiedet wurde, faktisch aufgehoben. Der Mobilitätsbeauftragte Toni Deudero begründete die Kehrtwende damit, dass die spanische Zentralregierung derzeit ein königliches Dekret vorbereite, das Umweltzonen nur dann anerkennen werde, wenn ein Sanktionsregime in Kraft ist.
„Es ist offensichtlich, dass die Regierung Vorgaben macht, die in der Folge dazu führen könnten, dass Palma von europäischen Fördermitteln ausgeschlossen wird. Um dem zuvorzukommen, beginnen wir jetzt mit der Sanktionierung“, erklärte Deudero.
Sechs Monate, um sich an die Umweltzone zu gewöhnen
Er betonte, dass die sechs Monate seit Inkrafttreten der ZBE ausreichend Zeit gewesen seien, um die Bevölkerung über die neue Regelung zu informieren. In diesem Zeitraum hätten Kameras zur Kennzeichenerfassung lediglich einen Fahrzeuganteil von 1,8 Prozent registriert, die nicht in das Gebiet hätten einfahren dürfen.
Das sei ein geringer Anteil, zumal zahlreiche Ausnahmen gelten: etwa für Anwohner mit Wohnsitz innerhalb der Zone, Personen mit eingeschränkter Mobilität, Einsatzfahrzeuge, den öffentlichen Nahverkehr und Lieferfahrzeuge. Außerdem gibt es einen sogenannten Gesundheits-Korridor mit freier Zufahrt zu mehreren Gesundheitseinrichtungen, darunter das Hospital General, die Unfallversicherung Mutua Balear sowie die Clínica Rotger.
Wie ist das mit der Plakette?
Die Umweltplakette an sich sorgt immer wieder für Verwirrung. Auch wenn zunächst gemeldet wurde, dass diese gut sichtbar am Fahrzeug angebracht sein müsse, stellte die Stadt Palma auf Anfrage der MZ vor Kurzem klar, dass dies nicht erforderlich ist. Autofahrer sollten aber wissen, in welche Umweltkategorie ihr Fahrzeug fällt. Unterschieden wird in die Klassen B, C, „Eco“ und „0 Emisiones“. Hier gibt es eine Erklärung, welche Fahrzeuge in welche Kategorie fallen:
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