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Auktion für ein Flug-Upgrade: Lohnt sich das für die Mallorca-Reise?

Einige Airlines versteigern Upgrades. Dadurch lassen sich zwar ein paar Euro sparen, die Passagiere bekommen aber nicht alle Vorzüge der Businessclass

Auch auf kürzeren Strecken, beispielsweise von Deutschland nach Mallorca, gibt es so eine Mahlzeit und Getränke.  | FOTO: CHRISTIAN CHARISIUS/DPA

Auch auf kürzeren Strecken, beispielsweise von Deutschland nach Mallorca, gibt es so eine Mahlzeit und Getränke. | FOTO: CHRISTIAN CHARISIUS/DPA

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Hand aufs Herz: In Sachen Fliegen sind wir doch alle Sparfüchse. Der Flug 5 Uhr morgens, um den Preis zu drücken – gebucht. Zusatzkosten, um neben der Partnerin zu sitzen? Braucht man nicht. Aufgabekoffer? Die Schinkenkeule wird schon irgendwie ins Handgepäck passen. Und wer nicht auf gewissen Luxus verzichten und dennoch ein paar Euro sparen will, kann an einer Auktion für ein Flug-Upgrade teilnehmen. Mehrere Airlines versuchen so, die Businessclass-Plätze zu füllen und noch etwas Geld einnehmen zu können.

Condor und Iberia

Condor und Iberia arbeiten dafür – neben sechs weiteren Fluggesellschaften, die Mallorca nicht oder höchstens selten anfliegen – mit der App SeatBoost zusammen. Wer einen Flug bucht, bekommt vor Abflug Werbemails, ob er denn mitbieten möchte. In diesen Mails folgt man einfach dem Link. Alternativ lässt sich die App im Playstore herunterladen oder im Browser unter app.seatboost.app nutzen. Neben dem Namen muss dort der Buchungscode angegeben werden.

„Die Auktionen werden 24 Stunden vorher freigeschaltet und enden etwa eine Stunde vor dem Abflug. Innerhalb dieses Zeitraumes können alle Teilnehmenden die Auktion live in der kostenlosen SeatBoost-App verfolgen“, heißt es auf der Condor-Website. Das ist bereits einer der größten Schwachpunkte dieser Methode. Denn der Vorabend-Check-in des Gepäcks oder die Nutzung der Flughafen-Lounges zählen zu den attraktivsten Vorzügen der Businessclass. Wenn die Gewinner der Auktion jedoch erst eine Stunde vor Abflug von ihrem Upgrade erfahren, ist weder das eine noch das andere nutzbar.

In der Businessclass sind zwei Handgepäckstücke und ein 30-Kilogramm-Aufgabekoffer dabei. Auch hier gilt: Man wird wohl kaum eine Stunde vor Abflug mit dem Kofferpacken beginnen. Wer die Auktion zum Flug-Upgrade gewinnt, bekommt das möglicherweise zuvor ausgegebene Geld für Gepäck, Sitzplätze oder sonstige Zusatzleistungen auch nicht erstattet.

Ein abgegebenes Gebot kann nicht zurückgenommen werden und der Kauf des Upgrades ist dann bindend. Wer die Auktion verliert, zahlt nichts. Sollte der Flug ausfallen, gibt es das Geld zurück. Je nach Flugstrecke legt die Airline ein Mindestgebot fest. Von Frankfurt nach Palma lag dieses zuletzt bei knapp 50 Euro. Wer bei Condor die Businessclass normal bucht, zahlt um die 100 Euro.

Auf der Kurzstrecke bekommt man dafür Essen und Getränke (auch alkoholische), darf sich einen Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit aussuchen, und der Mittelplatz bleibt frei. Beim Boarding und der Gepäckabholung genießt man Priorität.

Lufthansa

Lufthansa bietet die Auktion auf der eigenen Website unter der Buchungsübersicht an. Hier geht der Nervenkitzel des Wettbietens nicht bis zur letzten Minute. Bis 60 Stunden vor Abflug können Passagiere ein Angebot machen, wie viel ihnen das Upgrade wert wäre. Auch hier gibt es ein Mindestgebot. Ausgenommen von der Auktion sind Gruppenbuchungen sowie Passagiere mit Kleinkindern unter zwei Jahren, mit besonderen medizinischen Anforderungen oder Tieren. Solange das Angebot nicht angenommen wurde, lässt es sich ändern oder zurücknehmen. Anders als bei SeatBoost sieht der Auktionär aber nicht, ob er in Führung liegt.

Spätestens 48 Stunden vor Abflug gibt Lufthansa die Gewinner bekannt. Dann gibt es kein Zurück mehr und der Kauf ist bindend. Auf der Kurzstrecke gibt es bei der Airline keinen zusätzlichen Aufgabekoffer, dafür mehr Handgepäck. Ein Sitzplatz in den vorderen Reihen mit mehr Beinfreiheit und ein freier Nachbarsitz (falls man allein reist) ist gewiss. Die Lounge am Abflughafen kann genossen werden. Im Flieger gibt es eine Mahlzeit und Getränke. Zudem dürfen die Passagiere der Businessclass zuerst einsteigen und bekommen zur Unterhaltung Zeitschriften.

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