"Kleinlich gemolken": Schweizer wettert gegen Buspreiserhöhung auf Mallorca
Lieber solle man auch Nicht-Residenten und Urlauber gratis fahren lassen, findet ein Interessensvertreter der Schweizer Senioren

Viele Busse, aber keiner gratis für Urlauber. / Rathaus Palma
Die Buspreise auf Mallorca sind ein Stück weit natürlich wirklich Glückssache: Wer Resident ist, fährt auch im Jahr 2026 gratis. Urlauber und Zweithausbesitzer müssen stattdessen beim Stadtbus in Palma ab 1. Januar drei statt zwei Euro für die Einzelfahrt bezahlen. Die EMT begründet die Erhöhung des Einzelfahrscheins damit, dass sich der Anstieg der Betriebskosten für den Dienst vom Geschäftsjahr 2019 bis zur Prognose für 2025 auf 43,36 Prozent beläuft. Auch sei der Fahrpreis seit 2020 nicht angehoben worden.
Für den Schweizer Peter Haudenschild, der seit vielen Jahren auf Mallorca lebt und als Delegierter des Schweizerischen Seniorenrats nach eigenen Angaben rund 200.000 Mitglieder vertritt, ist die Erhöhung der Fahrpreise ein Unding. In einem längeren Brief an die MZ macht er seinem Unmut Luft. "Umweltbewusste Nicht-Residente und Urlauber, die gute Liegenschaftsteuer oder die Touristensteuer bezahlen, werden einmal mehr kleinlich gemolken. Sie sind offensichtlich nicht willkommen in einem Land, das zu 90 Prozent vom Tourismus (über)lebt", schreibt er. Die beiden Preisanstiege von 50 Prozent im Jahr 2020 und noch einmal 50 Prozent jetzt lägen deutlich über der sonstigen Teuerungsrate in Spanien von rund 20 Prozent im selben Zeitraum.
Busse häufig überfüllt
Haudenschild ärgert auch, dass Schweizer Urlauber die kostenlosen Busfahrten mitfinanzieren, aber nicht in deren Genuss kommen: "Die Residenten fahren weiterhin gratis mit den von der EU subventionierten Bussen, auch mitfinanziert vom Nicht-EU-Land Schweiz!" Die Gratisnutzung führe dazu, dass die Busse häufig überfüllt seien und an den Haltestellen einfach durchführen.
Der Fahrplan sei somit höchst unzuverlässig, was vor allem Passagiere, die zum Flughafen unterwegs seien, vor Probleme stelle. Haudenschild kritisiert speziell das Prozedere der Flughafenlinie A1: "Die Einheimischen nutzen diese Linie zu Stoßzeiten intensiv und gratis. Die Behindertenplätze werden oft von Jungen und Kindern rücksichtslos besetzt. Die EMT setzt auf solchen Linien permanent nicht genügend Busse ein."
Haudenschild fordert abschließend, dass auch Nicht-Residenten und Urlauber in den Genuss von subventionierten Busfahrten kommen sollen: "Sinnvollerweise würde man die Ecotasa der Touristen (2023 wurden rund 138 Millionen Euro eingenommen!) und die Liegenschaftssteuer der Nicht-Residenten dazu verwenden, denen auch den 'Gratis'-Transport auf EMT, TIB und SFM zu finanzieren. Wäre umweltmäßig ebenso sinnvoll und ein schönes Willkommen statt 'Tourist go home!' an die Stadtpaläste zu schmieren."
Hinweis der Redaktion: Der kostenlose Nahverkehr auf den Balearen wird von der spanischen Zentralregierung finanziert. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen des Gesetzes für nachhaltige Mobilität (Ley de Movilidad Sostenible). Dieses sieht einen spezifischen staatlichen Posten für die Inselgebiete vor, mit dem Ziel, die vollständige Vergünstigung bei den Metro-, Zug- und Busdiensten aufrechtzuerhalten. Die Touristensteuer (früher auch Ecotasa genannt) wird derweil von der balearischen Landesregierung erhoben und verwaltet. Die Liegenschaftsteuer (auch Grundsteuer genannt) wird derweil von den Gemeinden erhoben.
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