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Deutscher Mallorca-Urlauber im Tesla soll 200 Euro zahlen – trotz Umweltplakette

Trotz Umweltplakette Bußgeld kassiert: Warum Palmas neue Umweltzone für deutsche Urlauber zur Kostenfalle werden kann

Der Brief mit dem Bußgeld kam am Montag bei Joachim Fischer an.

Der Brief mit dem Bußgeld kam am Montag bei Joachim Fischer an. / Privat

Mallorca-Urlaubern, die in diesem Sommer mit deutschem Kennzeichen durch das Zentrum Palmas gefahren sind, droht ein Bußgeld. Offenbar hat die Stadt ein Problem mit der korrekten Erkennung der Umweltplaketten. "Ich habe nur kurz meine 14-jährige Tochter vom Shoppen am Borne abgeholt. Jetzt soll ich 200 Euro Strafe zahlen", sagt Joachim Fischer der MZ. Er fährt einen Tesla, der eigentlich allen Ansprüchen der Umweltzone genügen sollte.

Anfang des Jahres hatte Palma die europäische Norm umgesetzt und die Zona de bajas emisiones (ZBE) eingeführt. Sie gilt innerhalb des Innenstadtrings, den die Avenidas bilden. Die Einfahrt wird mit Kameras kontrolliert. Zur Warnung sind Schilder aufgestellt.

"Seit über 40 Jahren komme ich zwei bis drei Mal im Jahr auf die Insel", erzählt Fischer. Gerne mit seinem Tesla. "Autofahren macht mir Spaß und gibt mir mehr Flexibilität, wann ich wieder abreise." Im Sommer, am 24. Juli, ist er das erste Mal in die Umweltzone gefahren. "Die kenne ich aus deutschen Großstädten. Dort reicht meine grüne Umweltplakette und das Kennzeichen des Elektroautos."

Registrierung nur für Immobilienbesitzer möglich

Zuvor hatte sich der Mallorca-Urlauber sogar informiert, wie die Vorschriften in Palma sind. Autofahrer mit ausländischem Kennzeichen können sich für die Einfahrt in die ZBE-Zone registrieren, aber nur, wenn sie entweder eine Immobilie oder einen Parkplatz besitzen oder Ladeninhaber sind. "Für Urlauber steht auf der Website der Stadt keine Information", sagt Fischer. Die Recherchen der MZ bestätigen das.

Hinweisschilder auf die Einfahrt in die Umweltzone im Zentrum von Palma

Hinweisschilder auf die Einfahrt in die Umweltzone im Zentrum von Palma / Manu Mielniezuk

Nähere Informationen gibt die spanische Verkehrsbehörde DGT. Dort heißt es: "In Spanien ist es für Fahrzeughalter mit ausländischem Nummernschild nicht möglich, eine spanische Umweltplakette zu beantragen. Das ist aber auch nicht nötig. Wenn das Auto eine Umweltplakette hat, erkennen wir diese als die entsprechende spanische Variante an." Hier können Sie nachschauen, wie "umgerechnet" wird.

Joachim Fischer nützt das im Moment wenig. Am Montag (17.11.) flatterte bei ihm das Bußgeld ins Haus. Die Post kam vom Inkassounternehmen Nivi aus Madrid. Wie üblich bei spanischen Strafen gibt es 50 Prozent Rabatt, wenn binnen 20 Tagen gezahlt wird. Sprich: Das Bußgeld würde sich auf 100 Euro reduzieren. "Wenn ich Einspruch einlege, zahle ich automatisch 200 Euro, sofern dieser abgelehnt wird. Ich werde wohl die 100 Euro gleich zahlen, um Frieden zu haben", sagt der Urlauber.

Dürfte kein Einzelfall sein

Obwohl er im Recht ist. "Ich habe zwei Mails an das Rathaus Palma geschickt und bekomme nur automatisch erstellte Antworten: 'Bitte wenden Sie sich an Nivi'. Ich finde das eine Frechheit", sagt Fischer. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere Mallorca-Urlauber unerwünschte Post vom Inkassounternehmen bekommen. Doch wie kann das sein? Eine Antwort auf MZ-Anfrage beim Rathaus steht derzeit noch aus.

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